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Wirbel um gelöschte VW-Daten

Volkswagen Wirbel um gelöschte VW-Daten

Wolfsburg. Die bei Volkswagen kurz vor dem Auffliegen der Abgas-Affäre verschwundenen Daten sind laut Staatsanwaltschaft bisher kein Hindernis für die Strafverfolgung. „Wir sind im Moment relativ hoffnungsfroh, dass das unsere Ermittlungen nicht erschweren wird“, sagte Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe gestern. „Wir gehen im Moment davon aus, dass wir keinen maßgeblichen Verlust erlitten haben.“

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Volkswagen: Ein führender Mitarbeiter soll Kollegen zum Löschen von belastenden Daten im Abgas-Skandal aufgefordert haben.

Quelle: dpa

Die Dimension des Datenverlustes lasse sich unter anderem daher abschätzen, dass ein Teil der Informationen inzwischen zurückgegeben worden sei. Ziehe sagte, Zeugenaussagen und eigene Ermittlungsergebnisse hätten die Datenlöschung zutage gefördert.

Als Ergebnis leitete die Behörde gegen einen VW-Mitarbeiter ein neues Ermittlungsverfahren ein. Dabei geht es um den Anfangsverdacht der Urkundenunterdrückung und der versuchten Strafvereitelung. Darüber hatten zuerst NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ berichtet.

Laut Ziehe werfen Zeugen dem Beschuldigten vor, im August 2015 - also wenige Wochen vor Bekanntwerden des Skandals - bei einer Besprechung Beteiligte „verklausuliert, aber deutlich genug“ angewiesen zu haben, Daten verschwinden zu lassen. Sie seien aus dem VW-System gelöscht und auf Datensticks gepackt worden. Einige dieser Datenträger im Taschenformat seien wieder da.

Niedersachsens Wirtschaftsminister und VW-Aufsichtsrat Olaf Lies sagte gestern, der Datenschwund sei bereits Thema in dem Kontrollgremium von Volkswagen gewesen. „Wir nehmen die Vorwürfe sehr ernst“, sagte der SPD-Politiker. Details dürfe er nicht nennen.

Der Vizechef der FDP-Landtagsfraktion und Ex-VW-Aufsichtsrat Jörg Bode sagte, die Datenlöschung werfe ein neues Licht auf den Abgasskandal. Er kritisierte, dass die Sache in der im März vorgelegten VW-Erwiderung auf Aktionärsklagen nicht erwähnt würde.

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Wolfsburg. Bei VW wurde zu Beginn der Abgasaffäre offenbar versucht, möglicherweise belastende Dokumente in größerem Stil zu beseitigen. Diesem Verdacht geht die Staatsanwaltschaft Braunschweig nach. Ein Sprecher bestätigte auf Anfrage, dass gegen einen Mitarbeiter ein Ermittlungsverfahren wegen Urkundenunterdrückung und versuchter Strafvereitelung eröffnet worden sei.

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