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VW-Pensionen: Rücklagen liegen bei 243 Millionen Euro

Volkswagen VW-Pensionen: Rücklagen liegen bei 243 Millionen Euro

Der Abgasskandal wird VW viele Milliarden kosten. Dass die Vorstände in dieser Situation nicht zu einem spürbaren Verzicht bereit sind, bringt den Managern jede Menge Kritik ein. Und: Neben den Gehältern für die aktive Zeit fließen zusätzlich Millionensummen für die Rente.

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VW-Verwaltungshochhaus: Die Manager des Konzerns werden in der Öffentlichkeit immer stärker kritisiert.

Quelle: dpa

Wolfsburg . Der VW-Konzern hat für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder 2015 laut Bilanz 243 Millionen Euro zurückgestellt. Allein die Pension für Ex-Konzernboss Martin Winterkorn hatte demnach einen Wert von 28,6 Millionen Euro. Mit hohen Pensionsleistungen steht Volkswagen nicht alleine: Daimler-Boss Dieter Zetsche kommt zum Beispiel auf 38 Millionen Euro. Laut „Spiegel“ befinden sich aber unter den zehn Managern mit den höchsten Pensionszusagen in Deutschland gleich sechs Vertreter des VW-Konzerns.

Konzernchef Matthias Müller hatte bei der Bilanzvorlage am Donnerstag zu den Boni gesagt: „Ich verstehen nicht, dass die Diskussion in die Öffentlichkeit getragen wurde.“ Am Wochenende hagelte es weiter Vorwürfe, unter anderem von VW-Aufsichtsratsmitglied Olaf Lies (SPD) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Darum geht‘s: Nach langem Ringen hatte sich die Führungsspitze geeinigt, dass 30 Prozent der variablen Bezüge so behandelt werden, als wären es Aktien. Nach Ablauf von drei Jahren wird geprüft, wie sich der Kurs entwickelt hat. Liegt der um ein Viertel über dem jüngsten Niveau, soll das Geld ausbezahlt werden - das Modell könnte sich angesichts der niedrigen Zinsen als Geldanlage erweisen.

Das System verändern: Geld für Aufsichtsrat

Betriebsratschef Bernd Osterloh will nach dem Zwist um die Boni bei der Vorstandsvergütung künftig auch die Bezahlung der Aufsichtsräte verändern.

„Langfristig müssen wir im Aufsichtsrat über dieses Thema sprechen“, sagte Osterloh. Ein Wechsel zu einer fixen Bezahlung – und so eine Streichung der variablen Teile der Bezahlung der Aufsichtsräte – sei derzeit das falsche Signal. „Wenn wir wieder einen normalen Geschäftsverlauf haben, sollten wir hier über eine Veränderung des Systems nachdenken“, so Osterloh, der selbst Aufsichtsrat ist.

Er erläuterte: „Bei der Aufsichtsratsvergütung von Volkswagen ist es ganz einfach: Die orientiert sich an der Dividende.“ Da diese angesichts der milliardenschweren Kosten für den Abgas-Skandal auf nur 11 Cent je Stammaktie sinken soll, fiele auch die Bezahlung der Aufseher deutlich schmaler aus, da die variablen Zulagen einen großen Teil der Vergütung ausmachen.

In die zweite Runde gehen heute in Hannover die Verhandlungen über den Haustarif für alle rund 120.000 VW-Mitarbeiter.

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Schäden durch Abgas-Skandal

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