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Volkswagen im Jahr 2014: Rekordfahrt und Sparkurs

Volkswagen: Das war 2014 Volkswagen im Jahr 2014: Rekordfahrt und Sparkurs

Historischer Absatzrekord und harter Sparkurs – das waren 2014 die bestimmenden Themen für Volkswagen. Das Jahr brachte den Wolfsburgern aber noch viele weitere Höhepunkte und Schlagzeilen. Die WAZ blickt zurück auf die wichtigsten Ereignisse:

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Anlauf im VW-Werk Wolfsburg: Der erste Golf Sportsvan lief im Februar von der Montagelinie.

Volkswagen blieb auf der Erfolgsspur und lieferte konzernweit (voraussichtlich) erstmals mehr als zehn Millionen Fahrzeuge aus. „2014 war für unseren Konzern ein erfolgreiches Jahr. Es war aber auch ein Jahr, das uns stark gefordert hat“, sagte VW-Chef Martin Winterkorn.

Einen gehörigen Beitrag zum Erfolg leistete die Wolfsburger Belegschaft, „durch Sonderschichten, Arbeit im Werksurlaub und viele Überstunden im indirekten Bereich“, so Betriebsratschef Bernd Osterloh. Im Werk liefen über 836.000 Autos vom Band. Den Anlauf von Golf Sportsvan, e-Golf und Golf GTE „haben wir gemeinsam mit allen Mitarbeitern unter großen Anstrengungen gut gemeistert“, bilanzierte Werkleiter Jens Herrmann, der im April als Nachfolger von Siegfried Fiebig aus Emden nach Wolfsburg wechselte.

VW ist 2014 wieder ein Stück internationaler geworden. Im November eröffnete das Unternehmen ein Komponentenwerk im chinesischen Tianjin als 107. Konzernstandort. Als die Wolfsburger im Januar den Produktionsstart des neuen Golf im mexikanischen Puebla feierten, geriet in Deutschland gerade der ADAC-Skandal ins Rollen. Ergebnis: Wegen Manipulationen beim Wettbewerb „Gelber Engel“ schickte VW 19 Trophäen an den Automobilclub zurück.

Im März veranstaltete VW die E-Mobilitätswochen auf dem ehemaligen Flughafen Berlin-Tempelhof, mit internationalen Stars und dem e-Golf. Gleichzeitig legte in Wolfsburg ein Stromausfall das Werk lahm. Am Ende fehlten rund 1700 Autos im Produktionsplan.

Eine „gute Nachricht für den ganzen Volkswagen-Konzern“ verkündete VW-Chef Winterkorn im Mai. Pünktlich zur Hauptversammlung in Hannover war die Komplettübernahme der schwedischen Lkw-Tochter Scania geglückt.

Die Erfolgsmeldungen rückten in den Hintergrund, als der VW-Chef im Juli seine Führungsmannschaft mit einer Brandrede wachrüttelte. „Seien wir ehrlich: Wir haben in der Produktivität gegenüber den Kernwettbewerbern unverändert erheblichen Nachholbedarf“, nahm Winterkorn die Manager ins Gebet und kündigte ein milliardenschweres Effizienzprogramm an.

Betriebsratschef Osterloh signalisierte Unterstützung, betonte aber, „dass es an dem einen oder anderen Punkt auch richtig krachen wird“. Wenig später war es soweit: Mit dem unangekündigten Einsatz der Beratungsfirma McKinsey zog der Vorstand den Zorn des Betriebsrats auf sich. Osterloh forderte den raschen Abzug der Beratungsfirma, der er ein „Steinzeitdenken“ vorwarf.

Als Winterkorn das Sparziel verkündete, kritisierte er auch die Fabrikkosten und die mangelhafte Verfügbarkeit der Anlagen. Die ersten Konsequenzen folgten schnell. Anfang August musste Konzern-Produktionsvorstand Michael Macht seinen Posten räumen.

Es war nicht die einzige Personalveränderung: Im April wurde Thomas Ulbrich neuer Produktionsvorstand der Marke VW. Anfang Dezember gab das Unternehmen den Wechsel von BMW-Entwicklungschef Herbert Diess nach Wolfsburg bekannt, wo er im Oktober 2015 den Vorstand der Marke VW-Pkw übernehmen wird.

Beständigkeit gab es auf Seiten des Betriebsrats: Mit 88,1 Prozent der Stimmen fuhr die IG Metall im März einen haushohen Sieg bei der Betriebsratswahl im Werk Wolfsburg ein. „Ich glaube, das stärkt uns gegenüber dem Management den Rücken“, sagte Bernd Osterloh, der ein drittes Mal zum Vorsitzenden der Arbeitnehmervertretung gewählt wurde.

Was sonst noch in Erinnerung bleibt: Im Juli feierte der neue Passat seine Weltpremiere und wurde mit Lob überhäuft. Im Oktober machte VW die Titelverteidigung in der Rallye-WM perfekt.

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