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Verhandlungen um VW-Haustarif kommen voran

Volkswagen Verhandlungen um VW-Haustarif kommen voran

In die Verhandlungen für rund 120 000 Haustarif-Mitarbeiter bei Volkswagen ist Bewegung gekommen. Die IG Metall und die Arbeitgeberseite trafen am Donnerstagabend in dritter Runde in Hannover aufeinander.

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Volkswagen: Die Verhandlungen um den VW-Haustarif sind am Abend vorangekommen.

Quelle: dpa

Sowohl Gewerkschaftslenker Hartmut Meine als auch VW-Verhandlungsführer Martin Rosik gaben sich zu Beginn der Gespräche zuversichtlich, einen entscheidenden Schritt nach vorne gehen zu können. Als wahrscheinlich erschien nach den ersten Stunden eine längere Sitzung noch bis in die Nacht hinein.

Am Abend lief die inhaltliche Arbeit bereits auf Hochtouren: Wie bei intensiven Tarifverhandlungen üblich, berieten beide Seiten Teilbereiche in kleineren Gruppen und stimmten sich gegenseitig immer wieder ab. Dem Vernehmen nach ist das heißeste Eisen eine Neuregelung der auslaufenden VW-Altersteilzeit. Dabei geht es um Fragen wie die Konditionen und den Kreis der Berechtigten.

Bisher gilt bei VW das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit: Die Arbeitnehmer müssen früher aufhören wollen und der Arbeitgeber muss dann sein Okay dafür geben. Neben der Neuregelung für die Altersteilzeit will die Gewerkschaft 5 Prozent mehr Geld. In Runde zwei Anfang Mai hatte Rosik lediglich die Verhandlungsbereitschaft zur Altersteilzeit erklärt, aber noch kein Angebot für eine Lohnerhöhung vorgelegt. Meine brach deswegen die Runde "stinksauer" nach nur einer Stunde ab. Er warf VW vor, sich hinter den damals parallel laufenden Metall-Flächentarifverhandlungen zu verstecken. Dort gibt es inzwischen aber einen Pilotabschluss. Der war in Nordrhein-Westfalen geglückt und regelt bei insgesamt 21 Monaten Laufzeit eine Einmalzahlung von 150 Euro und dann in zwei Schritten mehr Geld: 2,8 Prozent ab Juli 2016 und weitere 2 Prozent ab April 2017. Der Pilotabschluss wird derzeit in den Tarifbezirken übernommen, die Gebiete Niedersachsen und Küste haben das schon erledigt.

In den vergangenen Jahren hatte VW für den Haustarif die Kompromisse aus der Fläche der Metall-Branche stets kopiert. Der IG Metall glückten aber zuletzt Sahnehäubchen wie etwa Extrazuschüsse für die Rente oder Einmalzahlungen. Ob das in Zeiten der Diesel-Krise erneut gelingt, ist ungewiss. Der Konzern steckt in der tiefsten Krise seiner Geschichte und muss sparen. Wegen der schlechten Zahlen sank auch der jüngste Erfolgsbonus der Tarifmitarbeiter merklich.

Verhandlungsführer Rosik hatte zuletzt argumentiert, das Thema Altersteilzeit und der damit verbundene Wandel von Aufgaben müssten Vorrang vor der Geldforderung haben. Mit Elektrofahrzeugen und der digitalisierten Mobilität steht VW - wie die gesamte Branche - vor einem grundlegenden Wandel. Rund um den Bau von Verbrennungsmotoren und Getrieben etwa könnte im nächsten Jahrzehnt Arbeit entfallen.

Der VW-Haustarif ist Deutschlands größter Firmentarif. Er gilt in den sechs westdeutschen VW-Werken Emden, Hannover, Wolfsburg, Salzgitter, Braunschweig und Kassel sowie bei der Finanztochter aus Braunschweig.

dpa

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