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VW nimmt Branchen-Thron ins Visier

Volkswagen VW nimmt Branchen-Thron ins Visier

Die Gewinnmaschine Volkswagen läuft trotz aller Unsicherheiten auf den weltweiten Automärkten weiter auf Hochtouren. 2014 verdiente der VW-Konzern rein rechnerisch jeden einzelnen Tag fast 35 Millionen Euro. Für 2015 spüren die Wolfsburger aber Gegenwind. 

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Martin Winterkorn: „Trotz des schwierigen Umfelds haben wir unsere Ziele erreicht.“

Die Gewinnmaschine Volkswagen läuft trotz aller Unsicherheiten auf den weltweiten Automärkten weiter auf Hochtouren. Dank seiner Rendite-Perlen Audi und Porsche hat Europas größter Autokonzern 2014 abermals Rekorde eingefahren.

Mit 12,7 Milliarden Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern und 202,5 Milliarden Euro Umsatz erreichten die Wolfsburger Bestwerte, wie sie heute nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mitteilten. Der Überschuss stieg auf 11,1 Milliarden Euro, was im Jahresvergleich ein Plus von einem Fünftel ist, aber kein Rekord. 2012 hatten Sondereffekte aus der Porsche-Komplettübernahme den Nachsteuer-Gewinn auf fast 22 Milliarden Euro gehoben. 2014 verdiente der VW-Konzern rein rechnerisch jeden einzelnen Tag fast 35 Millionen Euro.

„Wir blicken zufrieden auf das vergangene Geschäftsjahr zurück: Trotz des schwierigen konjunkturellen Umfelds haben wir unsere Ziele für das Jahr 2014 erreicht“, sagte VW-Konzernchef Martin Winterkorn, der die Verantwortung für die Marke VW-Pkw bereits im Juli an den früheren BMW-Manager Herbert Diess abgegeben wird.  Mit seinem Effizienzprogramm habe Volkswagen „alle Weichen dafür gestellt, dass wir den erfolgreichen Weg mit ganzer Kraft weitergehen können“, so Winterkorn.

Beim Ausblick auf 2015 gibt sich VW wie im Vorjahr eher vorsichtig und umreißt nur einen Korridor (siehe Text unten).

VW 2014: Rekordjahr in Zahlen

Volkswagen legte heute Geschäftszahlen für das Jahr 2014 vor. Ein Überblick:
▶ Die Auslieferungen an Kunden liegen mit 10,137 Millionen Fahrzeugen um 4,2 Prozent über dem Rekordwert 2013 (9,71 Millionen).
▶ Die Umsatzerlöse steigen um 2,8 Prozent auf 202,5 (197,0) Milliarden Euro. Negative Effekte ergaben sich aus Wechselkursen vor allem im ersten Halbjahr 2014.
▶ Das operative Ergebnis (Betriebsgewinn) übertrifft mit 12,7 Milliarden Euro den Rekordwert aus dem Vorjahr um eine Milliarde Euro. Die Rendite verbesserte sich auf 6,3 (5,9) Prozent.
▶ Das Konzernergebnis vor Steuern stieg auf 14,8 (12,4) Milliarden Euro, die Vorsteuerrendite legte von 6,3 auf 7,3 Prozent zu. Nach Steuern wurde ein Gewinn von 11,1 (9,1) Milliarden Euro erreicht.
▶ Die Konzernkasse ist weiter gut gefüllt. Die Netto-Liquidität im Konzernbereich Automobile stieg zum Ende 2014 auf 17,6 (16,9) Milliarden Euro.
▶ Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende um 20 Prozent auf 4,80 (4,00) Euro je Stammaktie und 4,86 (4,06) Euro je Vorzugsaktie vor.

Ausblick für 2015: Auto-Thron im Visier

Die Krisen in aller Welt machen Volkswagen vorsichtig, aber nicht ängstlich. Obwohl auf den Automärkten außerhalb von China überwiegend Gegenwind bläst, trauen sich die Wolfsburger auch in diesem Jahr mehr verkaufte Autos sowie mehr Umsatz und Gewinn zu. Mit der prognostizierten „moderaten“ Steigerung der Auslieferungen würde der Konzern möglicherweise 2015 sogar am großen Rivalen Toyota vorbeiziehen und zum weltgrößten Autobauer aufsteigen.

Damit soll auch der Umsatz um bis zu vier Prozent zulegen – allerdings abhängig von den schwierig absehbaren weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. „Angesichts gedämpfter Wachstumsaussichten in Regionen außerhalb Chinas wird 2015 sicher kein Selbstläufer“, sagte Finanzchef Hans Dieter Pötsch. Bei den eigenen Jahreszielen stützt sich Volkswagen deswegen auf „konservative Annahmen“.

Trotzdem soll auch der Betriebsgewinn erneut zulegen: Vom Umsatz sollen 5,5 bis 6,5 Prozent als Gewinn vor Zinsen und Steuern bleiben. 2014 kamen 6,3 Prozent Rendite zusammen – bei demselben als Prognose genannten Korridor. Rechnerisch wären damit 2015 bis zu 13,7 Milliarden Euro drin, das wäre damit erneut ein Plus von einer Milliarde Euro.

„Die weiterhin hohe Liquidität und unsere robuste finanzielle Situation verschaffen uns die notwendige Flexibilität für die erfolgreiche Umsetzung unserer Strategie 2018“, so Pötsch.

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