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VW im Jahr 2013: Rekordjagd trotz Krise, 30 Millionen Golf und ein Hagelschaden

Volkswagen VW im Jahr 2013: Rekordjagd trotz Krise, 30 Millionen Golf und ein Hagelschaden

Der Kampf ums VW-Gesetz und der Sieg in der Rallye-WM, ein großes Golf-Jubiläum und ein gewaltiger Hagelschaden: Das Jahr 2013 brachte Volkswagen viele Höhepunkte und Schlagzeilen. Die WAZ gibt einen Überblick der wichtigsten Ereignisse.

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Die Party des Jahres: Am 15. Juni feierte Volkswagen in Wolfsburg mit seinen Mitarbeitern und deren Familien den 30-millionsten Golf.

Rekord-Absatz

Auch 2013 blieb Volkswagen auf der Erfolgsspur. Die Absatzkrise in Europa machte sich zwar bemerkbar, allerdings glich das brummende China-Geschäft die Schwäche in der Heimat mehr als aus. Im Gesamtjahr wird VW wieder mehr Autos verkauft haben als je zuvor, Zehntausende neue Mitarbeiter eingestellt haben und vermutlich den Betriebsgewinn stabil halten: 11,5 Milliarden Euro.

Werk Wolfsburg

Im VW-Werk Wolfsburg wurden 2013 wieder mehr als 800.000 Autos gebaut. Die Mitarbeiter schoben viele Sonderschichten, auch in den Werksferien standen die Bänder nicht still. Nach dem Anlauf des neuen Golf VII im Vorjahr startete im April die Produktion des neuen Golf GTI. Zudem konnte VW einige Produktionsjubiläen feiern: Im März lief der einmillionste Tiguan von der Montagelinie, im April wurde die Marke von 1,5 Millionen Touran geknackt. Den wichtigsten Meilenstein erreichte VW im Juni, als der weltweit 30-millionste Golf vom Band lief. Die gute Auslastung des Werkes ließ die Belegschaft weiter wachsen. 2013 wurden allein in Wolfsburg 1800 Leiharbeiter übernommen.

Tarif-Demo

Die IG Metall ging mit der Forderung nach 5,5 Prozent mehr Geld in die Verhandlungen über den VW-Haustarif. Weil das Unternehmen zögerte und zunächst kein Angebot vorlegte, folgten am 14. Mai rund 31.000 Beschäftigte einem Aufruf der IG Metall und zogen vor das Verwaltungshochhaus. Am Ende stand ein Kompromiss: Zum 1. September gab es 3,4 Prozent mehr Geld, zum 1. Juli 2014 können sich die Beschäftigten über 2,2 Prozent mehr Gehalt freuen.

Golf-Party

Im Juni lief in Wolfsburg der weltweit 30-millionste Golf seit dem Produktionsstart im Jahr 1974 vom Band. Dieses historische Ereignis und den erfolgreichen Anlauf des neuen Golf VII feierte das Unternehmen mit seinen Mitarbeitern, deren Familien und Freunden bei einem Tag der offenen Tür. Mehr als 130.000 Besucher strömten am 15. Juni zu einer fröhlichen Party aufs Werksgelände

Rallye-WM

Einen sensationellen Erfolg feierte Volkswagen Motorsport als Neueinsteiger bei der Rallye-WM. VW dominierte die gesamte Saison, Sébastien Ogier war im Polo R WRC von Beginn an der überlegene Pilot. Beim Heimrennen in Frankreich krönte sich Ogier im Oktober erstmals zum Weltmeister. VW gewann zudem die Hersteller-Wertung.

Hagel-Schaden

Ein schwerer Hagelsturm richtete Ende Juli in Wolfsburg ein gewaltiges Ausmaß an Schäden an. VW prüfte in den folgenden Wochen rund 17.000 Autos auf Beulen und Kratzer – ein immenser Kontrollaufwand. Viele Auslieferungen mussten verschoben werden, was sich auch als Delle in der Absatzstatistik bemerkbar machte. Der Großteil der Autos musste am Ende ausgebessert oder neu gebaut werden.

Wirbel um Piëch

Für Aufregung sorgte Anfang September ein „Handelsblatt“-Bericht über eine umfassende Personalrochade, mit der VW-Patriarch und Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch aus gesundheitlichen Gründen seinen Posten abgeben werde. Winterkorn werde Piëch nachfolgen und der bisherige VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch an seine Stelle rücken. VW wies den Bericht „mit Nachdruck“ zurück.  „Mir geht es gut“, sagte Piëch wenige Tage später auf der IAA, um keinen Zweifel zu lassen. Später kündigte der 76-Jährige an, er plane den Ursprung des Gerüchtes zu „guillotinieren“. Winterkorn bezeichnete die Spekulation als schäbig und stellte klar: Das Gespann Piëch/Winterkorn bleibe VW noch „viele Jahre erhalten“.

Neue Modelle

Die spektakulärste Neuheit präsentierte VW mit dem lange erwarteten Ein-Liter-Auto XL1. Die Golf-Familie bekam Zuwachs unter anderem mit dem TDI BlueMotion, dem GTI und dem Variant. Auf der IAA stellte VW den Golf Sportsvan vor. Mit dem E-Up brachte VW im Herbst sein erstes reines Elektroauto auf den Markt.

Neue Werke

Im Januar eröffnete VW ein neues Motorenwerk im mexikanischen Silao als 100. Standort im Konzern. Im Laufe des Jahres stampfte VW allein in China fünf neue Fabriken aus dem Boden, außerdem nahm MAN ein Fahrzeugwerk in Russland in Betrieb.

Rückruf-Aktion

Mitte November geriet VW mit einem gewaltigen Rückruf in die Schlagzeilen: Auf einen Schlag wurden mehr als 2,6 Millionen Autos in die Werkstatt beordert. Der Löwenanteil der Probleme geht auf ein internes Prestigeprojekt zurück: das Doppelkupplungsgetriebe.

VW-Gesetz

Das VW-Gesetz darf bleiben, wie es ist. Ende Oktober bestätigte der Europäische Gerichtshof (EuGH) die Sonderstellung des Landes Niedersachsen bei Volkswagen und setzte damit einen Schlusspunkt hinter die seit gut zehn Jahren laufende Auseinandersetzung. „Dies ist ein guter Tag für die VW-Belegschaften und für das Land Niedersachsen“, lobte Betriebsrats-Chef Bbernd Osterloh Bernd Osterloh das Urteil.

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