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VW-USA-Chef Woebcken setzt auf die SUV-Offensive

Volkswagen VW-USA-Chef Woebcken setzt auf die SUV-Offensive

Trotz Dieselaffäre und „America First“-Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump sieht VW-USA-Chef Hinrich Woebcken Volkswagen in Amerika „gut aufgestellt“. Das sagte er jetzt in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur bei der New York Auto Show.

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Manager Hinrich Woebcken: Der Nordamerika-Chef von VW bei einer Präsentation des Midsize-SUV von VW für die Internationale New Yorker Autoshow in New York.

Quelle: Julie Jacobson

Wolfsburg. Volkswagen habe sich in den USA mit den Umweltbehörden und mit dem Justizministerium geeinigt, zudem Vergleiche mit Kunden und Autohändlern geschlossen. Der VW-Manager spricht von einem „bemerkenswerten“ Tempo bei der Krisenbewältigung.

Die „Dieselthematik“ sei damit nicht abgehakt: „Wir müssen nach wie vor um unseren Ruf kämpfen“. Doch der Blick kann jetzt wieder stärker nach vorne gerichtet werden. Mit dem Diesel, der bis zum Skandal 25 Prozent der VW-Verkäufe ausmachte, sei man erstmal durch. Mit einer SUV-Offensive sollen 2017 endlich die richtigen Produkte auf den US-Markt gebracht werden, auf dem sich die Wolfsburger seit Jahren schwer tun. Man setze, so Woebcken, auf den „Hoffnungsträger“ Atlas, einen Stadtgeländewagen mit sieben Sitzen. Zudem ist eine den Vorlieben der US-Kunden angepasste XL-Variante des Tiguan in den Startlöchern.

Vor einer abflauenden US-Autokonjunktur hat Woebcken keine Angst. „Wir gehen mit der SUV-Strategie in Segmente rein, in denen wir vorher nicht vertreten waren, insofern gibt es für Volkswagen auf dem US-Markt große Wachstumschancen“.

Durch den freihandelsfeindlichen „Amerika zuerst“-Kurs des neuen US-Präsidenten Donald Trump, der Autobauern mit hohen Strafzöllen auf Importe droht, gibt es jedoch schon ein neues Geschäftsrisiko. Woebcken demonstriert Gelassenheit. „Natürlich gucken wir uns das an, sind aber relativ selbstbewusst, was die Standortsituation in den USA betrifft.“ VW beschäftige dort über 6000 Mitarbeiter direkt, inklusive Händler- und Zuliefernetz stütze man über 120 000 US-Jobs.

Jüngst erst habe das Unternehmen 900 Millionen Dollar in die Atlas-Produktion im US-Werk in Chattanooga (Tennessee) gesteckt, wo mittelfristig auch noch ein neuer Fünfsitzer-SUV gefertigt werde. „Insofern stehen wir zu dem Land und werden auch weiter hier investieren“, verspricht Woebcken.

Wie viele seiner Drohungen Trump wahr mache, darüber könne ohnehin nur spekuliert werden. Man wolle sich aber erst damit auseinandersetzen, wenn mehr Klarheit herrsche, was kommen werde. „Und“, so Woebcken, „ob überhaupt etwas kommen wird.“

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