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VW-Personalchef Blessing: Streit um Sparpakt ist Missverständnis

Volkswagen VW-Personalchef Blessing: Streit um Sparpakt ist Missverständnis

Im aufgeflammten Streit um das Sparpaket bei Volkswagen will Konzern-Personalchef Karlheinz Blessing die Wogen glätten. "Wir werden miteinander reden und Missverständnisse klären, dann wird das auch", sagte Blessing im Gespräch den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX.

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Wolfsburg. Wenige Monate nach dem mühsam ausgehandelten Sparprogramm bei der Volkswagen-Kernmarke schlägt der Betriebsrat Alarm. Droht der sogenannte "Zukunftspakt" schon bald wieder zur Vergangenheit bei dem Autobauer zu gehören? 

"Wir sollten jetzt keine Auslegungsdiskussion führen. Im Zukunftspakt haben sich ja beide Seiten schon auf die Richtung festgelegt", sagte der Manager zu den Vorwürfen der Arbeitnehmerseite, Vereinbarungen des mühsam ausgehandelten Sparpakets nicht einzuhalten. Der Betriebsrat hatte dem Unternehmen am Mittwoch in einem Brief angedroht, das "Zukunftspakt" getaufte Sparvorhaben platzen zu lassen. Unter anderem habe das Unternehmen einen Stopp des in bestimmten Bereichen vereinbarten Personalaufbaus angeordnet.

Mit dem Sparprogramm soll die renditeschwache Kernmarke des Wolfsburger Konzerns auf mehr Profit getrimmt werden. Bis 2020 sollen die jährlichen Kosten um 3,7 Milliarden Euro sinken. Dazu sah der Pakt bis 2025 unter anderem die Streichung von bis zu 30 000 Jobs weltweit vor. Der Autobauer will dies ohne betriebsbedingte Kündigungen schaffen - etwa über eine stärkere Nutzung von Altersteilzeit.

Auf der anderen Seite will VW zudem mehrere Tausend Stellen in Zukunftsbereichen neu schaffen. Betriebsrat und Management hatten über Monate um die Details gerungen - mit anfangs erheblichen Misstönen zwischen VW-Markenchef Herbert Diess und Betriebsratschef Bernd Osterloh. Dabei ging es um inhaltliche Fragen, aber auch um die Art der Kommunikation und die Form der Zusammenarbeit.

Arbeitnehmerseite erneuert Kritik:

Die Arbeitnehmerseite erneuerte am Donnerstag ihre Kritik an Diess. "Wir schätzen den Willen von Dr. Blessing Brücken zu bauen. Das Problem ist: Herr Diess reißt sie mit dem Hintern schneller ein, als er sie bauen kann", sagte ein Sprecher des Konzernbetriebsrats. Der Betriebsrat wollte am Donnerstag auch die Belegschaft in einem Brief über die Kritik am Vorstand informieren.

Insbesondere bemängelte der Betriebsrat, dass im laufenden ersten Halbjahr in einigen Positionen keine neuen Stellen geschaffen werden sollen. "Es ging bei dem Schreiben an die Personalleiter um ein Finetuning in den ersten beiden Quartalen. Vermutlich ist das missverstanden worden", sagte Blessing. "Ich bin zuversichtlich und sehe die Differenzen als nicht so groß an. Wir werden den Zukunftspakt erfolgreich umsetzen."

Am Montagabend soll ein Treffen zwischen Betriebsrat und Blessing sowie Markenchef Diess stattfinden. Personalchef Blessing mahnte zur Zusammenarbeit. "Die Umsetzung wird für alle Beteiligten anstrengend. Deshalb haben wir auch von vornherein gesagt: Nach der Unterzeichnung fängt die Arbeit erst an."

dpa

+++ Dieser Artikel wurde aktualisiert +++

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