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VW-Mitarbeiter melden mehr Regelverstöße

Nach Dieselgate VW-Mitarbeiter melden mehr Regelverstöße

Die Mitarbeiter von Volkswagen haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Hinweise auf Korruption und andere Regelverstöße im Unternehmen gemeldet als zuvor. Ein Grund dafür dürfte der Diesel-Skandal gewesen sein.

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Volkswagen: Mehr Regelverstöße im Unternehmen gemeldet.

Quelle: Julian Stratenschulte

Wolfsburg. „Wir gehen davon aus, dass durch die jüngsten Geschehnisse die Sensibilität hinsichtlich regelkonformen Verhaltens im Unternehmen gestiegen ist“, sagte ein VW-Sprecher der WAZ.

Bei Volkswagen gibt es zur Bekämpfung von Korruption und anderen Unregelmäßigkeiten seit 2006 ein Ombudsmann-System. Zwei unabhängige Rechtsanwälte nehmen vertraulich Hinweise von Mitarbeitern entgegen und übermitteln sie nach einer Prüfung an das Unternehmen.

2016 leiteten die Ombudsmänner 125 Meldungen an die Konzern-Revision von Volkswagen weiter, wie aus dem aktuellen VW-Geschäftsbericht hervorgeht. Im Jahr zuvor waren es nur 79 Meldungen, ein Anstieg um fast 60 Prozent. Zusätzlich gingen 110 Hinweise auf Regelverstöße direkt bei der Leitung der Konzern-Revision in Wolfsburg ein (2015: 111). Weitere 481 Hinweise erhielten die dezentralen Revisionen der Marken und Konzerngesellschaften (2015: 331).

Volkswagen ist durch den Anstieg der Zahlen nicht alarmiert. Die Mitarbeiter hätten wohl unter dem Eindruck von Dieselgate einerseits sensibler auf Unregelmäßigkeiten reagiert. „Darüber hinaus führen wir die Bereitschaft zur Abgabe von Hinweisen durch Mitarbeiter oder externe Personen auch auf interne, konzernweite Aktivitäten oder Kampagnen durch Compliance sowie Integrität zurück“, sagte der Unternehmenssprecher.

Das Hinweisgeber-System hat VW noch einmal überarbeitet. Seit Jahresbeginn gibt es mit dem „Aufklärungs-Office“ eine zentrale Anlaufstelle im Konzern. Hinweise auf Regelverstöße können Mitarbeiter künftig persönlich, per Post, per E-Mail oder per Telefon in deutscher und englischer Sprache melden. Dafür richtete VW eine internationale kostenfreie Rufnummer ein.

„Wir wollen die Hinweisgeber zukünftig noch besser schützen“, sagte Hiltrud Werner, VW-Konzernvorstand für Integrität und Recht, kürzlich bei der Jahrespressekonferenz. Andererseits gelte es, den Beschuldigten ein faires Verfahren zu sichern. „Nicht zuletzt sorgen wir dafür, dass Mitarbeiter Rat und Unterstützung erhalten, wenn sie sich in einem Zielkonflikt befinden“, betonte Werner.

htz

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