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VW Golf: Heute vor 40 Jahren begann seine Erfolgsgeschichte

Volkswagen VW Golf: Heute vor 40 Jahren begann seine Erfolgsgeschichte

Er drückte einer ganzen Modellklasse seinen Stempel auf, ist aber selber irgendwie klassenlos: Der VW Golf, das beliebteste Auto der Deutschen, wird 40. Der Golf war in seiner ersten Version – als Golf I – am 29. März 1974 erstmals vom Produktionsband im VW-Werk  Wolfsburg gerollt.

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So fing alles an: Der Golf I in der Lackiererei. Und so ging's weiter: Die Entwicklung vom Golf I bis zum Golf VII (kl. Bild).

Quelle: Foto: Volkswagen

Im damaligen Prospekt beschrieben die Werbestrategen den Neuling mit den Worten: „Die Welt ist groß für dieses Auto, und wo sie eng ist, passt der Golf kompakt und wendig hinein.“ Das Jahr 1974 – da war die Mondlandung nicht lange her und der Heim-PC noch Zukunftsmusik. Für VW war 1974 ein Schicksals-Jahr, das 807 Millionen D-Mark Verlust einbringen sollte und fünf Prozent Rückgang bei der Belegschaft. Die Gründe: Absatzrückgang, Währungsschwankungen und vor allem steigende Kosten für Material und Personal.

Der Golf war auf Anhieb ein Erfolgsmodell, seit Jahren ist er Neuzulassungskönig hierzulande – und er gab sogar einer ganzen Generation seinen Namen.„Der Golf ist ein Symbolprodukt für die deutsche Automobilindustrie insgesamt“, sagt Autoprofessor Stefan Bratzel. Die Baureihe sei wegen ihrer Klassenlosigkeit ein Phänomen. „Von der Hausfrau bis zum Vorstand, alle fahren ihn, das ist ein ganz breites Spektrum“, sagt Bratzel. Beim Golf reiche die Interessentengruppe ungewöhnlicherweise quer durch alle Milieus. „Das halte ich für eine Riesenkunst“, sagt Bratzel. Selbst Papst Benedikt XVI. fuhr früher einen Golf, Angela Merkel angeblich nach der Wende und Smudo von den Fantastischen Vier hat ihn gern als GTI.

VW-Chef Martin Winterkorn betonte kürzlich: „Ich persönlich kann mir Volkswagen ohne Golf nicht vorstellen. Der Golf ist seit 40 Jahren ein Bestseller – und wir werden alles daran setzen, dass das auch in Zukunft so bleibt.“

Kritik am Golf ist VW-intern ohnehin allenfalls erlaubt, um ihn noch besser zu machen. Ein VW-Manager muss lange überlegen, ob der Golf eine Schattenseite habe. Antwort: Er sei nicht unbedingt der Renditesieger, der Tiguan bringe mehr ein. Doch selbst das ist irgendwie relativ - schließlich entsteht der Tiguan auf Golf-Basis.

Namensgebung: Der Golfstrom stand Pate

Golf, das ist laut Duden eine „größere Meeresbucht“ oder ein „Rasenspiel mit Hartgummiball und Schlägern“. Für Volkswagen ist es das wichtigste Modell im Konzern.

Im Verkaufsprospekt für den Golf I von 1974 heißt es zur Namensgebung: „Eigentlich meinten wir den Golfstrom, dem Europa sein gutes Klima verdankt.“ Der Windstrom Passat - ebenfalls Namenspate für ein VW-Modell – bringt im Golf von Mexiko die Warmwasserheizung des Kontinents Europa in Gang. „Und auch der heiße Scirocco liegt auf der Linie unserer meteorologischen Namenswahl für das Typen-Dreigespann, das uns in die Zukunft zieht“, schrieb VW damals.

Auch heute gibt es VW Passat und VW Scirocco noch. Beim Golf an die Sportart zu denken, geht VW aber auch nicht gegen den Strich. „Golf steht für Ausdauer, Dynamik und perfekte Technik - wie bei jenem königlichen Sport“, schrieb Volkswagen vor 40 Jahren, 1974.

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