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VW-China-Chef Heizmann: „Wir arbeiten mit Volldampf“

Volkswagen VW-China-Chef Heizmann: „Wir arbeiten mit Volldampf“

Der Wachstumsmarkt China spielt eine entscheidende Rolle in der Strategie des Volkswagen-Konzerns, zum weltgrößten Autobauer aufzusteigen. In einem Interview verrät China-Vorstand Jochem Heizmann (63), dass er eigentlich schon heute mehr Fahrzeuge auf dem größten Automarkt der Welt verkaufen könnte – wenn er nur mehr Kapazitäten hätte.

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Frage: Was reizt Sie an der Herausforderung China?

Heizmann: Meine Aufgabe in China ist faszinierend. Ich lerne hier jeden Tag dazu. Ich wüsste nicht, wo auf der Welt die Dinge so dynamisch vorangehen - ob das die Entwicklung der Städte, der Verkehrsinfrastruktur oder auch der Elektromobilität ist. Oder wie schnell sich hier die Industrieproduktion insgesamt oder einzelne Regionen entwickeln. Es ist beeindruckend, wie neue Städte entstehen für Hunderttausende Menschen. Wie großzügig und wie strategisch geplant wird, das ist bemerkenswert.

Frage: Nach zweistelligen Wachstumsraten wächst Chinas Wirtschaft heute langsamer mit 7,4 Prozent, was die Regierung als „neue Normalität“ beschreibt. Was bedeutet das für Ihr Autogeschäft?

Heizmann: Ich teile die Einschätzung, dass wir zu einer „neuen Normalität“ kommen, uneingeschränkt. Im letzten Jahr ist der Absatz des Volkswagen-Konzerns in China um mehr als zwölf Prozent gewachsen. Wo auf der Welt haben wir nur annähernd so ein Wachstum? Es ist immer noch deutlich mehr als in anderen Automobilmärkten der Welt. Deswegen finde ich Normalität den richtigen Begriff.

Frage: Im Januar ist der Absatz der Kernmarke VW in China sogar überraschend um 0,7 Prozent zurückgegangen. Markiert das eine Wende?

Heizmann: Ach was. Das ist keine Wende in unserem Absatzpotenzial. Wir könnten mehr verkaufen, wenn wir mehr Kapazitäten hätten. Der Januar war untypisch, weil wir Anläufe mit neuen Modellen hatten. Zudem sind unsere Kapazitätserweiterungen im Anlauf. Das hat etwas gebremst. Weitere Werke werden auch in diesem Jahr ans Netz gehen. Wenn man wie jetzt über 300 Arbeitstage im Jahr arbeitet, dann hat man nicht genügend Tage frei für die Einführung neuer Modelle in der Fabrik und für die nötige technische Umstellung der Produktionslinien.

Frage: Lassen sich Investitionen oder der Bau neuer Werke vorziehen?

Heizmann: In unserer rollierenden Planung von 2015 bis 2019 sind über 22 Milliarden Euro an Investitionen geplant - vier Milliarden mehr als in der vorherigen Planungsrunde. Und bis 2019 werden wir unsere Produktionskapazität kontinuierlich auf fünf Millionen (Fahrzeuge) weiter steigern, pro Jahr wohlgemerkt. Daran sehen Sie, was wir zusätzlich machen. Wir arbeiten mit Volldampf.

Frage: Die Marke VW-Pkw verkauft mehr als jedes zweite Auto in China. Was entgegnen Sie Kritikern, die vor zu großer Abhängigkeit warnen?

Heizmann: Dann frage ich erstmal, ob wir deswegen weniger Autos verkaufen sollten? Nein. Es gibt darauf nur eine klare Antwort: Wir müssen mit Chancen und Risiken adäquat umgehen. Es ist ganz wichtig, die richtigen Produkte auszusuchen und die richtigen Prioritäten auf diesem großen Markt zu setzen. Zu wissen, was die Kunden hier wollen. China ist eben nicht identisch mit Europa oder anderen Ländern.

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