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VW-Angebot: Osterloh findet’s „eine Frechheit“

Volkswagen VW-Angebot: Osterloh findet’s „eine Frechheit“

Bei den Verhandlungen um einen neuen Haustarif bei Volkswagen hat das Unternehmen heute ein erstes Angebot vorgelegt: Das sieht im Kern ein Plus von 2,2 Prozent beim Entgelt nach zwei Nullmonaten vor, außerdem eine Zusage für jährlich 1400 Ausbildungsplätze. Die IG Metall lehnte den Vorschlag als völlig inakzeptabel ab, Betriebsratschef Bernd Osterloh sprach sogar von einer „Frechheit“ und drohte mit Arbeitskämpfen.

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2,2% mehr für Haustarif: Die Arbeitgeber sprechen von Sorgfaltspflicht, die IG Metall von Provokation.

Quelle: Archiv

Beim Entgelt ist das Angebot, das VW-Verhandlungsführer Martin Rosik vorlegte, identisch mit dem ersten Angebot der Arbeitgeber beim Flächentarifkonflikt der Metallindustrie. Die Arbeitnehmervertreter fordern ein Lohnplus von 5,5 Prozent.

IG Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine kritisierte das Angebot scharf: „Volkswagen hat den Verzögerungsmodus gewählt, um sich hinter der Fläche zu verstecken.“ Wenn sich Volkswagen derart stark an der Fläche orientiere, müsse auch die Laufzeit identisch sein und nicht zwei Monate versetzt.
Meine weiter: „Ein mickriges Angebot der Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie abzukupfern ist einem Branchenprimus unwürdig. Da das Management von Volkswagen der Ansicht ist, erst nach einem möglichen Kompromiss in der Fläche hinter der Fichte hervorkommen zu müssen, wird das Unternehmen mit den Beschäftigten richtig Ärger bekommen. Ich bin mir sicher, dass die Volkswagen-Beschäftigten eine deutlich Antwort geben können.“

Noch deutlicher wurde Betriebsratschef Osterloh: „Dieses Angebot ist kein Angebot, sondern eine Frechheit!“ VW verstecke sich hinter den Arbeitgebern der Fläche. „Was wir hier als Scheinangebot vorgelegt bekommen haben, ist den Beschäftigten gegenüber respektlos. Ich kann den Vorstand nur auffordern, den Verhandlungsführer Rosik nicht noch mal mit leeren Händen zu schicken. Diese Belegschaft kann nämlich nicht nur arbeiten, wenn es darauf ankommt, dann kann sie auch  für gerechte Entlohnung kämpfen.“

2,2 Prozent und mehr Azubi-Plätze

Volkswagen hat sein Angebot bei den Tarifverhandlungen heute mit der „wirtschaftlich wirklich schwer zu berechnenden Situation“ verteidigt.

Das Angebot von Volkswagen enthält drei Kernpunkte: Die Grundentgelte sollen um 2,2 Prozent steigen, für die Jahre 2015 und 2016 sagt das Unternehmen jeweils 1400 Ausbildungsplätze zu und noch im ersten Halbjahr soll laut VW mit der IG Metall ein „konstruktiver Dialog über die Zukunft der Arbeit“ aufgenommen werden.

Der Verhandlungsführer von Volkswagen und Leiter Personal der Marke Volkswagen, Martin Rosik, sagte gestern: „Unser Unternehmen steht für sichere und gute Arbeitsplätze in Deutschland. Dazu gehört ein offener Austausch über die Zukunft der Arbeit. Das zahlt auf unser Zukunftsprogramm ‚Future Tracks‘ von Volkswagen ein.“
Rosik weiter: „Wir haben bei unserem Angebot die zunehmend schwierige gesamtwirtschaftliche Lage auf vielen Märkten im Blick. Den Unsicherheiten kann sich auch Volkswagen nicht entziehen. Zugleich sollen die Mitarbeiter von Volkswagen aber nicht schlechter dastehen als bei Wettbewerbern.“
Daher sei ein Angebot für die Grundvergütung, das sich an den laufenden Flächentarifverhandlungen ausrichte, ein richtiger Weg. Die angebotene Entgelterhöhung für den Haustarifvertrag von Volkswagen könne bis Ende Februar 2016 Gültigkeit haben.

Zur Zukunftssicherung und Wettbewerbsfähigkeit gehörten auch Ausbildungsplätze. „Wir bieten zahlreichen jungen Menschen eine Perspektive und werden das beibehalten“, so Rosik.

  • Ein weiterer Verhandlungstermin im Februar wurde nach Angaben der IG Metall von VW abgelehnt. Jetzt soll Anfang März weiterverhandelt werden.
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