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VW-Abgas-Affäre: Piëch belastet Winterkorn

Medienbericht VW-Abgas-Affäre: Piëch belastet Winterkorn

Zur Aufklärung der VW-Abgasaffäre wurde ein weiterer wichtiger Zeuge vernommen: Ex-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch. Nach Information des „Spiegel“ soll er zu Lasten des ehemaligen Konzernchefs Martin Winterkorn ausgesagt haben.

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In der Abgas-Affäre bei Volkswagen hat Ex-VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch den früheren Konzernchef Martin Winterkorn laut einem „Spiegel“-Bericht belastet.

Quelle: Archiv

Braunschweig. Lange hatte Ferdinand Piëch geschwiegen, nun hat der ehemalige VW-Aufsichtsratsvorsitzende vor der Staatsanwaltschaft ausgepackt. Und was er dort nach „Spiegel“-Informationen ausgesagt haben soll, dürfte dem Ex-VW-Obersten Martin Winterkorn nicht gefallen.

Laut Piëch soll Winterkorn schon früher als bislang eingeräumt von den Manipulationen der Abgaswerte gewusst haben. Er selbst habe Ende Februar 2015 von einem Informanten den Hinweis über den Dieselbetrug in den USA gesteckt bekommen. US-Behörden hätten seinerzeit Hinweise an VW weitergeleitet. Winterkorn habe auf Piëchs Nachfrage hin die Existenz eines derartigen Schreibens aber verneint.

Am Donnerstag wurde Ex-VW-Chef Martin Winterkorn im Skandal um manipulierte Abgaswerte im Untersuchungsausschuss des Bundestages befragt.

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Zuletzt hatte Winterkorn ein solches Wissen im Untersuchungsausschuss des Bundestags erneut verneint. Die Braunschweiger Staatsanwälte ermitteln inzwischen gegen ihn wegen des Verdachts des Betrugs und der Marktmanipulation (WAZ berichtete). Im Rahmen der neuen Ermittlungen war vergangene Woche auch das Privathaus und ein Büro Winterkorns in München durchsucht worden.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wollte sich zu der Aussage Piëchs, die er Ende 2016 gemacht haben soll, nicht äußern. Ihr Sprecher Klaus Ziehe sagte dem „Spiegel“: „Alle relevanten Zeugen werden von uns befragt, unabhängig von der Hierarchieebene bei VW.“

Winterkorns Anwälte teilten der Deutschen Presse-Agentur am Freitag mit, ihr Mandant habe „erst vor wenigen Tagen von der Existenz einer weitergehenden Aussage des ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden, Prof. Dr. F. Piëch, erfahren“. Winterkorn kenne jedoch noch keine Details. „Herr Winterkorn wird sich zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen - und damit auch zu dieser Aussage - äußern, sobald ihm die Akten der Staatsanwaltschaft Braunschweig zur Einsicht vorgelegen haben.“

VW hatte eine Software verbaut, die erkennt, wenn Abgas-Werte auf dem Prüfstand gemessen werden, und die daraufhin Ergebnisse manipuliert.

Winterkorn war Ende 2015 von seinem Posten zurückgetreten.

Von RND/caro/dpa

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