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Umwelthilfe wirft Dobrindt und Justiz Behinderung vor

Abgas-Skandal Umwelthilfe wirft Dobrindt und Justiz Behinderung vor

Nach Bekanntwerden der Abgasmanipulationen bei VW wurden insgesamt 56 Diesel-Fahrzeuge der verschiedenen Automobilhersteller untersucht. Das Ergebnis der Straßenmessung liegt seit November 2015 vor. Dennoch verweigere Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die Auskunft darüber, so die Kritik der Deutschen Umwelthilfe.

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Harte Kritik der Deutschen Umwelthilfe: Seit November sollen die Straßenmessungen bei insgesamt 56 untersuchten Diesel-Fahrzeugen vorliegen. Dennoch verweigere Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Auskunft darüber.

Quelle: dpa

Ein halbes Jahr nach Bekanntwerden der Abgasmanipulationen bei VW und anderen Fahrzeugherstellern hat die Deutsche Umwelthilfe den zuständigen Behörden weitgehende Untätigkeit vorgeworfen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) verweigere weiterhin Parlament und Öffentlichkeit die Auskunft über die seit November vorliegenden Straßenmessungen bei insgesamt 56 untersuchten Diesel-Fahrzeugen, sagte der Bundesgeschäftsführer der Umwelthilfe, Jürgen Resch, am Montag in Berlin.

Trotz Klageandrohungen der Autoindustrie veröffentlichte die Umwelthilfe am Montag neue Prüfergebnisse eines in ihrem Auftrag getesteten Smart Diesel, dem Smart fortwo CDI. Beim „kleinsten Serien-Diesel der Welt“ seien alarmierende Stickoxidwerte (NOx) gemessen worden, sagte der unabhängige Verkehrsexperte Axel Friedrich. Sie lagen fast vier Mal über den Grenzwerten eines 28-Tonner-Lkw, ebenfalls vom Hersteller Daimler (Actros 1842, Euro 6).

Die Untersuchungen fanden im Februar und März 2016 bei der Abgasprüfstelle der Berner Fachhochschule in der Schweiz statt. Dabei überschritt der Smart bei allen auf dem Rollenprüfstand gefahrenen Tests mit betriebswarmem Motor die Euro 5 Grenzwerte für den NOx-Ausstoß erheblich. Während beim Lkw laut KBA auf der Straße 158 mg NOx pro Kilometer gemessen worden sei, waren es beim Smart 589 mg pro Kilometer. Im Gegensatz zu Lkw sind bei Pkw keine Straßenmessungen vorgeschrieben, hieß es zur Begründung der Umwelthilfe.

Zugleich kritisierte er das Vorgehen der Justiz. So habe die Umweltorganisation nach einer Untätigkeitsklage gegen das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im Zusammenhang mit VW-Rückrufauflagen vom zuständigen Verwaltungsgericht lediglich eine über 581 Seiten komplett geschwärzte Akte erhalten. Dies sei eine Verhöhnung der Bürger, sagte Resch. Die Unkenntlichmachung der Akte sei auf Antrag von VW erfolgt, hieß es.

dpa

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