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US-Gewerkschaft läuft Sturm

Volkswagen US-Gewerkschaft läuft Sturm

Wolfsburg/Chattanooga. Es ist nicht nur der Abgas-Skandal - VW hat in den USA auch ein Problem mit der Gewerkschaft: Die will eine Arbeitnehmervertretung im US-Werk einrichten. Doch der Autobauer sträubt sich.

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VW-Werk in Chattanooga: Im Streit um die Mitbestimmung hat die US-Autogewerkschaft UAW einige Etappensiege erzielt.

Die Auseinandersetzung will angesichts der traditionell starken Arbeitnehmervertretung und des mächtigen Betriebsrats nicht so recht zur Unternehmenskultur bei VW passen. Aber in den USA ist alles etwas anders. Tatsächlich liegt VW schon seit Jahren im Clinch mit der US-Gewerkschaft und die Situation droht zu Ungunsten der Wolfsburger zu eskalieren.

Wie konnte es soweit kommen? „Volkswagen respektiert das Recht aller seiner Angestellten, in der Frage nach Gewerkschaftsvertretung frei zu entscheiden“, beteuert ein Sprecher. Dennoch lehnt der Konzern die Autogewerkschaft UAW als Tarifpartner bislang strikt ab. Dafür habe man auch gute Gründe, heißt es aus dem Konzern. Denn der Versuch der Gewerkschaft, in einer Abstimmung die Mehrheit der Mitarbeiter im einzigen US-Werk von VW am Standort Chattanooga im Bundesstaat Tennessee hinter sich zu sammeln, war vor zwei Jahren gescheitert.

Die Gewerkschaft hat seitdem einige Etappensiege erzielt, die dazu führten, dass sie nun über Umwege doch noch einen Fuß in die Tür bekommen konnte. Denn im Dezember stimmte eine kleine Gruppe von Facharbeitern für die UAW als Interessenvertretung. VW verweigert die Anerkennung mit Verweis auf den Sonderstatus der Spezialisten, die die Maschinen im Werk instand halten. Zudem habe die Gewerkschaft nur gut 160 von insgesamt über 2000 Angestellten hinter sich bringen können.

Doch VW bewegt sich damit rechtlich auf dünnem Eis. Die UAW gibt nicht klein bei und hatte Erfolg mit einer Beschwerde bei der US-Arbeitsaufsicht NLRB. VW will sich nicht zwingen lassen, Löhne und Arbeitsbedingungen mit der Gewerkschaft auszuhandeln, und hat die Entscheidung der Behörde angefochten. Das dürfte allerdings eher ein Spiel auf Zeit sein, als ein adäquates Mittel, die Regulierer umzustimmen.

Die Gewerkschaft macht weiter Druck und wirft VW Rechtsbruch vor. „Mit seiner Entscheidung, die NLRB zu bekämpfen, verletzt Volkswagen eindeutig das Bundesgesetz“, so UAW-Direktor Gary Casteel. Es sei inakzeptabel, dass das Werk weltweit die einzige VW-Fertigungsstätte ohne Mitbestimmung durch den Konzernbetriebsrat sei.

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