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VW-Vorstände wollen nicht auf Boni verzichten

Trotz Abgasskandal VW-Vorstände wollen nicht auf Boni verzichten

Die Vorstände des Autobauers Volkswagen wollen offenbar trotz der Manipulationsaffäre nicht auf ihre Bonuszahlungen verzichten. Die Top-Manager würden allenfalls eine Kürzung ihrer Boni hinnehmen, nicht aber komplett darauf verzichten.

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Quelle: dpa

Wolfsburg. Das berichtet Spiegel-Online am Donnerstag. "Besonders brisant" ist eine Sonderzahlung an Hans Dieter Pötsch. Pötsch gab im Oktober 2015 seinen Vorstandsposten als Finanzchef des Wolfsburger Konzerns auf und wechselte an die Spitze des Aufsichtsrates. Dem Bericht zufolge ließ er sich eine Entschädigung von knapp zehn Millionen Euro dafür zahlen. Der Grund: Sein Vertrag als Vorstand wäre noch bis 2017 gelaufen und hätte ihm höhere Einnahmen garantiert. Die Manipulationsaffäre hatte Pötsch als "existenzbedrohende Krise" bezeichnet.

VW-Chef Matthias Müller hatte sich im Dezember für Boni-Kürzungen von Mitarbeitern und Vorständen ausgesprochen. Außerdem sagte er mit Blick auf die Krise, dass "etwas mehr Demut und Bescheidenheit" Volkswagen gut anstehe. Ein VW-Sprecher bezeichnete den Bericht als "pure Spekulation". Es bleibe dabei, dass der Vorstand zu seiner Vorbildrolle stehe, wenn es um die Anpassung der Boni gehe, ergänzte er. VW hatte im September zugegeben, weltweit in rund elf Millionen Fahrzeuge unterschiedlicher Marken des Konzerns eine illegale Software eingebaut zu haben. Das Programm beeinflusst den Ausstoß von Stickoxiden bei Tests auf dem Prüfstand, so dass die Werte geringer ausfallen als sie tatsächlich sind.

Weltweit drohen dem Konzern enorme Straf- und Entschädigungszahlungen. Das "Handelsblatt" berichtete unterdessen, dass das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) seine Nachprüfungen bei Dieselfahrzeugen abgeschlossen habe. Die jeweiligen Ergebnisse lägen den betroffenen Herstellern mit der Bitte um eine Stellungnahme vor, schrieb das Blatt unter Berufung auf Regierungs- und Branchenkreise. Seit September wurden mehr als 50 Fahrzeuge auf dem Prüfstand und im Straßenbetrieb getestet. Dabei sei herausgekommen, dass offenbar nur bei Volkswagen Abgaswerte mittels einer Abschalttechnik manipuliert wurden, berichtete das "Handelsblatt" weiter. Allerdings wiesen demnach die Fahrzeuge anderer Autobauer bei den Straßentests Unregelmäßigkeiten auf: Sie hätten zum Schutz von Bauteilen die Deaktivierung der Abgasreinigung intensiv genutzt. Dies bewege sich indes im Rahmen der gesetzlichen Regeln. Dem Bericht zufolge will das Bundesverkehrsministerium den Endbericht mit Prüfergebnissen und Reformvorschlägen Ende April vorlegen.

Das Ministerium teilte lediglich mit, dass das Gesamtergebnis der Untersuchungskommission nach Abschluss der Untersuchungen veröffentlicht werde. "Bisher liegt das Gesamtergebnis nicht vor", erklärte ein Sprecher. Das Kraftfahrtbundesamt verwies wiederum an das Bundesverkehrsministerium.

Ausgelöst durch die VW-Affäre hatte das KBA Ende September Prüfungen von mehr als 50 Fahrzeugen von in- und ausländischen Herstellern in die Wege geleitet. Etwa zwei Drittel der Messungen waren bereits Mitte November erfolgt. Dabei waren "zum Teil erhöhte Stickoxidwerte" festgestellt worden, wie die Behörde damals mitteilte.

Aus den USA, wo die Manipulationen aufgedeckt wurden, kamen erneut schlechte Nachrichten für VW: Nach Angaben von Anwälten reichten erstmals VW-Vertragshändler Klage gegen den Konzern ein. Ihre Mandanten seien in der Abgas-Affäre bewusst getäuscht worden, erklärten die Juristen. Sie forderten Entschädigungen in nicht genannter Höhe. VW äußerte sich zunächst nicht dazu. 

AFP

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