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Testfahrer: „Wir haben nichts mehr zu verlieren“

Volkswagen Testfahrer: „Wir haben nichts mehr zu verlieren“

Im Streit um mögliche Scheinwerkverträge auf dem VW-Prüfgelände in Ehra-Lessien wandten sich gestern neun Testfahrer von VW-Partnerfirmen an die Öffentlichkeit. Die Betroffenen wollen sich bei VW einklagen und sagen: „Wir haben nichts mehr zu verlieren.“

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VW-Prüfgelände in Ehra-Lessien: Mindestens 16 Testfahrer und Techniker von Partnerfirmen wollen sich in den VW-Konzern einklagen.

Quelle: Mike Vogelsang (Archiv)

Die Testfahrer sind zum Teil seit vielen Jahren als Werkvertrags-Beschäftigte von Partnerfirmen auf dem Prüfgelände eingesetzt. In einer 40-seitigen Klageschrift erhebt ihr Anwalt Dr. Rolf Geffken den Vorwurf, dass die tatsächliche Personalhoheit über die Testfahrer bei VW und Audi liege und es sich deshalb um unerlaubte Arbeitnehmerüberlassung handele.

„Wir sind der Meinung, dass wir genügend Belege dafür haben, dass ein Arbeitsverhältnis zustande gekommen ist, das eine Festanstellung im VW-Konzern rechtfertigt“, sagt Geffken. VW sieht dies anders und hat den Vorwurf einer Beschäftigung über Scheinwerkverträge gegenüber der WAZ klar zurückgewiesen.

Inzwischen wollen laut Geffken mindesten 16 Testfahrer und auch Techniker von VW-Partnerfirmen über den Klageweg eine Anstellung im VW-Konzern erzwingen. Das Arbeitsgericht Braunschweig bestätigte den Eingang von sechs Klagen. Mit einer Verhandlung sei im Oktober zu rechnen.

„Es ist nicht unsere Absicht, irgendjemanden bloßzustellen. Wir wollen nur unsere Arbeitssituation klären und verbessern“, sagte einer der Testfahrer in Geffkens Hamburger Kanzlei. Seinen Namen will er nicht in der Zeitung sehen, weil er sich unter Druck gesetzt fühlt. Geffken betont: „Während die Testfahrer der Partnerfirmen zwischen 1700 und 1800 Euro brutto im Monat verdienen, bekommen die Stammmitarbeiter in der Regel 40 Prozent mehr.“

cbu

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