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Streit um ein neues Kältemittel: Greenpeace greift Volkswagen an

Volkswagen Streit um ein neues Kältemittel: Greenpeace greift Volkswagen an

Im Streit um Kältemittel für Klimaanlagen in Autos hat Greenpeace die öffentliche Haltung von Volkswagen kritisiert. Auch VW sei gegen das umstrittene neue Kältemittel R1234yf, trete damit aber öffentlich nicht in Erscheinung und leiste Daimler damit keine Schützenhilfe, sagte Greenpeace-Autoexperte Wolfgang Lohbeck gestern in Berlin.

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Greenpeace contra Volkswagen: Im Kältemittel-Streit stehen die Umweltorganisation und der Autobauer eigentlich auf derselben Seite, trotzdem gibt es Zoff.

Darum geht es in dem Streit: Eine EU-Klimaschutzrichtlinie sieht vor, dass Autobauer für neue Modelle das klimaschonendere Kältemittel mit Namen R1234yf in ihren Fahrzeugen verwenden müssen. Daimler boykottiert dieses Mittel und verweist auf Sicherheitstests, bei denen das Kältemittel Feuer gefangen und giftiges Gas freigesetzt hatte. Das Kraftfahrtbundesamt genehmigte Daimler die Verwendung eines alten Kältemittels. Auch Frankreich muss Kompaktmodelle von Mercedes vorerst wieder zulassen, wie das oberste Verwaltungsgericht in Paris entschied.

Ebenso wie Daimler arbeitet VW mittlerweile intensiv an einer CO2-Alternative zu dem umstrittenen Kältemittel. Dies wird aber noch einige Jahre dauern. Für VW besteht anders als für Daimler kein Handlungsdruck, weil VW seine neuen Modelle noch mit dem alten Kältemittel zertifizieren ließ.

Auch Greenpeace ist gegen das neue Kältemittel R1234yf, weil die tatsächlichen Folgen für die Umwelt völlig unabsehbar seien. Lohbeck wies darauf hin, dass VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch bereits vor fast einem Jahr deutlich gemacht habe, er halte CO2 für das richtige Kältemittel in Auto-Klimaanlagen. „VW schwimmt aktuell einfach nur in der Bugwelle von Daimler mit“, sagte Lohbeck und kritisierte damit, dass sich Volkswagen nicht öffentlich an die Seite von Daimler stellt. „Was mich ärgert ist, dass VW nicht offensiver auftritt.“

Ein VW-Sprecher sagte, er könne die Greenpeace-Kritik nicht nachvollziehen. VW habe sich stets klar zum geplanten Einsatz des Kältemittels CO2 bekannt, zuletzt etwa im Rahmen des Genfer Automobilsalons Anfang März.

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