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Streit mit Betriebsrat: Diess für „sachliche Klärung“

Volkswagen-Markenchef Streit mit Betriebsrat: Diess für „sachliche Klärung“

Bei Volkswagen schwelt weiter ein Konflikt um den Umbau der Marke VW. Markenchef Herbert Diess versuchte am Freitag, die Lage zu entschärfen. „Bei der Umsetzung eines so grundlegenden Programms wird es selbstverständlich immer wieder Diskussionen um unterschiedliche Positionen geben“, schrieb Diess in einem Brief an die Mitarbeiter. „Diese werden wir gemeinsam mit allen Beteiligten sachlich klären.“

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„Sachliche Klärung“: Im Streit um den Zukunftspakt wandte sich VW-Markenchef Herbert Diess am Freitag mit einem Brief an die Belegschaft.

Wolfsburg. Es gelte, den „Zukunftspakt“ mit aller Kraft umzusetzen. Mit dem Programm soll die Ertragskraft der Konzern-Kernmarke VW gesteigert werden. Diess bedauerte in dem Schreiben zugleich, dass VW nicht wie gewohnt Leiharbeiter in großer Zahl an Bord nehmen könne. „Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens lässt uns im Moment wenig Spielraum.“

Der VW-Betriebsrat hatte dem Unternehmen vorgeworfen, Vereinbarungen des „Zukunftspakts“ nicht einzuhalten. Der Betriebsrat bemängelte insbesondere, dass im laufenden ersten Halbjahr – anders als vereinbart – in einigen Positionen keine neuen Stellen geschaffen werden sollen, etwa für dringend benötigte Softwareentwickler. Außerdem lasse der Vorstand keine Gelegenheit aus, die im Zukunftspakt vereinbarte Zahl von 980 Zeitarbeitskräften, die bis Ende 2017 abgebaut werden soll, infrage zu stellen. In einem Schreiben an die Belegschaft vom Donnerstag kritisierte der Betriebsrat, Diess agiere „zutiefst unsozial“. Der Markenchef soll bis Montag erklären, wie er sich eine Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat vorstellt.

Mit dem „Zukunftspakt“ soll die renditeschwache Marke VW auf mehr Profit getrimmt werden. Dazu sieht der Pakt bis 2025 unter anderem die Streichung von bis zu 30.000 Jobs weltweit vor. VW will dies ohne betriebsbedingte Kündigungen schaffen – etwa über eine stärkere Nutzung von Altersteilzeit. Auf der anderen Seite sollen mehrere Tausend Stellen in Zukunftsbereichen neu entstehen. „Ein Prüfstein für die ernsthafte Umsetzung des Zukunftspakts ist die Steigerung der Produktivität in den nächsten Monaten“, schrieb Diess in dem Brief an die Belegschaft. Auf die Vorwürfe des Betriebsrats ging er nicht ein.

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