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Stellenabbau entfacht neue Debatte über Boni und Kunden

Volkswagen Stellenabbau entfacht neue Debatte über Boni und Kunden

Der radikale Umbau bei VW mit drastischen Jobkürzungen und der Konzentration auf neue Geschäftsfelder lässt den Konzern nicht zur Ruhe kommen. Nach der Vorlage des Zukunftspakts am Freitag, der die Streichung von weltweit bis zu 30.000 Stellen vorsieht, entbrannte zum Wochenbeginn eine neue Debatte um Management-Boni und den Umgang mit den vom Diesel-Skandal betroffenen Kunden.

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Wieder Debatte um Boni: Personalvorstand Karlheinz Blessing (v.l.), VW-Markenchef Herbert Diess und Konzernchef Matthias Müller.

Quelle: afp

Hannover/Berlin. In Zeiten, in denen Beschäftigte auch die Folgen des Abgas-Skandals mittragen müssen, solle das Management kürzer treten, forderte der Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels, Karl-Josef Laumann, in der „Bild“-Zeitung: „Ein deutlicheres Signal wäre es, auch die Boni der letzten Jahre an den Konzern zurückzugeben.“ Das Top-Management bei Volkswagen solle so für das jüngste „Versagen“ geradestehen.

Aktionärsvertreter sehen das ähnlich. „Die Vorstände können nicht für Erfolge bezahlt werden, die auf Software-Manipulationen und Betrug beruhen“, meinte Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz im „Tagesspiegel“. Der frühere VW-Aufsichtsrat und heutige FDP-Fraktionsvize im Niedersächsischen Landtag, Jörg Bode, sprach sich mit Hinweis auf eine ähnliche Praxis bei der Deutschen Bank für entsprechende Boni-Rückforderungen aus. Anders als bisher dargestellt, gebe es durchaus Möglichkeiten dafür.

Das VW-Management hatte sich im Frühjahr bereiterklärt, Teile der variablen Vergütung zurückzustellen und von der weiteren Aktienkurs-Entwicklung abhängig zu machen. Der Umbau des Unternehmens, bei dem Milliarden durch Jobkürzungen eingespart werden sollen, ist auch Thema einer Regierungserklärung von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) heute.

Für Wirbel sorgten daneben Äußerungen von VW-Konzernchef Matthias Müller. Er hatte in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ ein mangelndes Kundeninteresse für den schleppenden Absatz von E-Autos verantwortlich gemacht, die Verbraucher in Deutschland hätten bei diesem Thema „spitze Finger“. Entschädigungswünsche von VW-Fahrern, die von der Dieselkrise in Europa betroffen sind, könne er nur „emotional“ nachvollziehen.

Nicht nur Verbraucherschützer kritisierten das. „Ich halte die Äußerung für mehr als ungeschickt“, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister und VW-Aufsichtsrat Olaf Lies und betonte: „Das ist der völlig falsche Weg.“ VW habe das aber nun verstanden.

Auch der CDU-Vizefraktionsvorsitzende im Landtag, Dirk Toepffer, meinte: „Die Kommunikation des Konzerns ist unterirdisch.“ VW müsse nun endlich wieder in ein ruhigeres Fahrwasser kommen.

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