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Sparkurs bei VW: „Es wird kein Spaziergang“

Volkswagen Sparkurs bei VW: „Es wird kein Spaziergang“

Mit einem Donnerwetter vor seinem Management hat VW-Boss Winterkorn jüngst einen Sparkurs ausgerufen. Nun muss er sich im VW-Stammwerk vor der Belegschaft erklären. Betriebsratschef Osterloh stellt dabei klar: Einigkeit beim Ziel heißt nicht Einigkeit bei der Marschroute.

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VW-Betriebsversammlung: Konzernchef Martin Winterkorn (unten l.) und Betriebsratschef Bernd Osterloh (unten r.) informierten die Belegschaft heute über das Sparprogramm und die Konzernstrategie.

Die Führungsspitzen im Volkswagen-Konzern haben heute vor mehr als 20.000 Mitarbeitern im Wolfsburger VW-Werk zu Sparanstrengungen und strenger Planungsdisziplin aufgerufen. „Wir müssen die Ärmel hochkrempeln, um unsere Ziele zu erreichen“, sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh bei einer kurzfristig einberufenen Versammlung.

Der Betriebsrat erwartet auch heftige Auseinandersetzungen über den von Vorstandschef Martin Winterkorn geplanten Sparkurs. „Das wird kein Spaziergang. Und schon jetzt ist klar, dass es an dem einen oder anderen Punkt auch richtig krachen wird“, sagte Osterloh.

In der Belegschaft kursieren seit Tagen viele Gerüchte über die Folgen des Sparprogramms. Dementsprechend groß war das Interesse an der Betriebsversammlung. Die Halle 11 war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Mitarbeiter standen bis vor die Eingangstore. Darauf war allerdings die Lautsprecheranlage nicht ausgerichtet. Etliche Teilnehmer beklagten die schlechte Akustik.

VW-Chef Winterkorn verteidigte seinen vor kurzem angekündigten milliardenschweren Sparkurs. Er und Osterloh demonstrierten in ihren Reden trotz einiger Meinungsunterschiede vor allem auch Einigkeit. Winterkorn hat der Kernmarke ein Sparziel verordnet, das ab dem Jahr 2017 volle fünf Milliarden Euro freispülen soll. „Kurzfristig brauchen wir dringend mehr Effizienz und mehr Ergebnis“, betonte Winterkorn in seiner Rede, die mehrmals von Applaus der Mitarbeiter begleitet wurde. Der VW-Chef bekräftigte, dass  Betriebsrat und Management gemeinsam daran arbeiteten, die 250.000 Mitarbeiter in Deutschland zu halten.

Osterloh: Keine Sparziele zu Lasten der Belegschaft

Der VW-Betriebsrat unterstützt das von Vorstandschef Martin Winterkorn vorgegebene Sparziel. Betriebsratschef Bernd Osterloh stellte dabei gestern klar: Einigkeit beim Ziel heißt nicht Einigkeit bei der Marschroute.

Hintergrund des neuen Sparziels ist der Renditedruck auf die Marke VW. Mindestens sechs Prozent, so die Konzernvorgabe, sollen es 2018 sein. Osterloh sagte: „Wir müssen uns auf das konzentrieren, was gute Erträge bringt.“ Mehr Familiendenken müsse her. „Was für einzelne Marken sinnvoll erscheint, muss noch lange nicht wirtschaftlich für den gesamten Konzern sein.“

Winterkorn hatte zuvor auch kritisiert, dass die Arbeitskosten der Produktivität davonliefen. Diese Analyse wies Osterloh erneut zurück. „Bei den Arbeitskost en liegen wir absolut auf Wettbewerbsniveau. Deshalbwird es Einschnitte in tarifvertragliche Leistungen mit Betriebsrat und IG Metall nicht geben.“ Aus Sicht der Arbeitnehmervertreter müsse die Komplexitätsfrage ganz oben auf edie Agenda. „Wir fordern: Differenzierung und Vielfalt nur dort, wo es für dn Kunden überhaupt relevant ist.“

Osterloh machte erneut klar, dass Einsparungen nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen dürften. „Niemand hier muss meinen, dass er die Belegschaft jetzt auch noch für die mangelhaften Prozesse und technischen Probleme in der Fertigung haftbar machen kann“, sagte er und fügte hinzu: „Meine Damen und Herren des Managements, machen Sie endlich Produktivität durch funktionierende Anlagen.“ Die Belegschaft habe nichts gegen die eine oder andere Sonderschicht weniger.

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Der angekündigte Sparkurs bei Volkswagen hat in der Belegschaft für Verunsicherung gesorgt. Mit der zusätzlichen Betriebsversammlung wollten Vorstand und Betriebsrat gestern für mehr Klarheit sorgen. Mit Erfolg: Die Mehrzahl der Mitarbeiter ging gestern einigermaßen beruhigt in den Feierabend.

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