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Piëch-Rücktritt: VW muss Nachfolger suchen

Volkswagen Piëch-Rücktritt: VW muss Nachfolger suchen

Der Machtkampf an der Konzernspitze von Volkswagen hinterlässt einen Scherbenhaufen. Unklar ist, wie es nun weitergeht im Konzern. Bei der Suche nach einem Nachfolger für Ferdinand Piëch an der Spitze des Aufsichtsrates von Volkswagen will sich das Gremium Zeit lassen.

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Volkswagen: Vorstandschef Martin Winterkorn gilt als möglicher Kandidat für die Aufsichtsratsspitze.

Quelle: Archiv

„Der Aufsichtsrat ist arbeitsfähig, das Management ist voll funktionsfähig“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Man werde nun „in Ruhe und Umsicht beraten“, wer den Posten des zuvor zurückgetretenen VW-Patriarchen Piëch übernehmen solle. Es gebe keinen Grund zur Eile – Ziel sei es, dass das Gremium einen einstimmigen Vorschlag unterbreite. Ob Konzernchef Martin Winterkorn dabei eine Rolle spiele, wollten weder Weil noch der kommissarische Aufsichtsratschef Berthold Huber kommentieren. „Wir werden dazu keine Aussagen machen. Wir wollen keine Personaldebatte mit einer anderen ablösen“, betonte Weil. Winterkorn war bis zum Bruch mit Piëch lange Zeit als dessen Nachfolger gehandelt worden.

Fest steht: Mit dem Rückzug Piëchs von der Spitze des Aufsichtsrats tritt VW-Vorstandschef Martin Winterkorn (67) endgültig aus dem Schatten des VW-Übervaters. Winterkorn sei der „bestmögliche“ Vorstandschef und solle nächstes Frühjahr eine weitere Vertragsverlängerung erhalten, hatte das Aufsichtsratspräsidium erklärt. Sein aktueller Vertrag läuft bis Ende 2016.

Möglich ist aber auch ein anderes Szenario: Der Rückzug von Piëch bietet nach Ansicht von Aktionärsschützern die Chance für einen Generationswechsel im Vorstand von Volkswagen. „Jetzt wäre es an der Zeit, dass Martin Winterkorn den Aufsichtsratsvorsitz übernimmt und in der Geschäftsführung ein Generationswechsel stattfindet“, sagte Ulrich Hocker, der Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Winterkorn besitze mit seinen Erfahrungen und seinem Ansehen über die nötigen Voraussetzungen, um Chefkontrolleur zu werden. „Er passt zu VW.“ Diese personellen Veränderungen wären im Nachhinein der eleganteste Abschluss des Machtkampfes.

VW-Großaktionär und Aufsichtsrat Wolfgang Porsche erklärte: „Wir haben volles Vertrauen in die Unternehmensführung der Volkswagen AG und bedauern die Entwicklung der letzten Tage.“ Zugleich erklärte Porsche: „Wir danken Ferdinand Piëch für die Jahrzehnte seines außergewöhnlichen und höchst erfolgreichen Einsatzes für den Volkswagen-Konzern. Wir werden weiterhin mit großer Loyalität unsere Verantwortung als Großaktionär für den Volkswagen Konzern und seine 600.000 Mitarbeiter wahrnehmen.“

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