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Pfarrer: „VW wird gestärkt aus Krise hervorgehen”

VW-Skandal Pfarrer: „VW wird gestärkt aus Krise hervorgehen”

Der VW-Konzern braucht nach Ansicht des Wolfsburger Industriepfarrers Peer-Detlev Schladebusch eine erneuerte Unternehmenskultur, um die schwere Krise nach dem Abgas-Skandal zu meistern. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Weg aus der Krise gemeistert und Vertrauen zurückgewonnen werden wird.

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Wolfsburger Industriepfarrers Peer-Detlev Schladebusch: „Ich kenne viele Menschen, die in dem Unternehmen arbeiten und wirklich Großes leisten.“

Quelle: dpa

Dabei müssten Mitarbeitende aller Hierarchie-Ebenen mit ihren Fähigkeiten und ihrem Gewissen einbezogen werden, sagte der evangelische Pastor am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Ein Neuanfang könne in einem Unternehmen mit weltweit mehr als 600.000 Mitarbeitern nur gemeinsam gestaltet werden.

Schladebusch kritisierte in diesem Zusammenhang Aktionäre, die laut Medienberichten über Schadensersatzforderungen nachdenken. „Das wäre so etwas wie eine Selbstanklage“, sagte der Leiter des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt in der Region Lüneburg-Wolfsburg. „Es hieße, ich will Ersatz für die Folgen der Manipulation, an der ich möglicherweise vorher mitverdient habe - und zwar von denen, die daran nicht Schuld sind und ihre Arbeit gut gemacht haben: den Arbeitnehmern bei VW.“

Der evangelische Pastor ist auch Sprecher der übergreifenden Initiative „Christen in der Automobilindustrie“ (CAI). Sie vereint Gebetskreise verschiedener großer Konzerne, darunter VW, Daimler Benz, BMW, Ford, Opel oder Zulieferer wie Bosch. Im Austausch lernten die Mitglieder auch voneinander, Werte ins Unternehmen einzubringen, erläuterte er. So sei es in Gebetskreisen bei Opel gelungen, in der Krise eine neue Gemeinschaft vom Arbeiter bis zum Vorstand zu schaffen.

Abgas-Skandal: Schranken und Warnschilder übersehen

Bei VW habe der Erfolg der vergangenen Jahre möglicherweise „eine Geschwindigkeit erzeugt, bei der Schranken und Warnschilder übersehen wurden“. Aus seiner Sicht sei es entscheidend, sich nicht nur gegenüber anderen Menschen zu verantworten, sondern auch gegenüber einer dritten Instanz. „Für Christen ist es Gott, der Schöpfer, aber es sind auch die Gesellschaft, die Kunden und die Zulieferer“, sagte Schladebusch, der sich auch im Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer engagiert.

Für VW wird es nach Schladebuschs Einschätzung ein langer Weg, das durch die Abgas-Affäre verspielte Vertrauen zurückzugewinnen. Er sei aber zuversichtlich, dass dies gelinge. „Ich kenne viele Menschen, die in dem Unternehmen arbeiten und wirklich Großes leisten“, sagte er. Der Konzern verfüge über vielfältige Potenziale. Dazu zähle die besondere Form der Mitbestimmung ebenso wie die kulturelle Vielfalt und die gute Ausbildung der Mitarbeiter, das soziale Engagement und Know How.

epd

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