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Osterloh: „Eine wirklich gute Nachricht!“

Volkswagen Osterloh: „Eine wirklich gute Nachricht!“

VW verlängert im Werk Wolfsburg rund 1000 zum 30. September auslaufende Verträge von Zeitarbeitskräften. Die WAZ sprach dazu mit VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh.

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WAZ: Herr Osterloh, der Betriebsrat sieht die Vertragsverlängerung als eigenen Verhandlungserfolg. War das nicht ein Selbstläufer?

Osterloh: Wer das denkt, der hat die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt. Wir leben nicht auf einer Insel. In Europa steckt die Autoindustrie noch immer in der Krise. Deswegen kann man es gar nicht oft genug sagen: Wirtschaftlichkeit und Beschäftigungssicherung gehören bei Volkswagen untrennbar zusammen. Wir müssen also im Einzelfall immer wieder neu prüfen, was machbar ist. Dabei muss nicht nur das Management Verantwortung übernehmen, sondern auch der Betriebsrat. Und das tun wir.

WAZ: Im Werk Wolfsburg gibt es aber doch augenscheinlich genug Arbeit. Können sich die anderen Leiharbeiter, deren Verträge noch zur Verlängerung anstehen, Hoffnung machen?

Osterloh: Man darf jetzt keine voreiligen Schlüsse ziehen. Fest steht erst einmal, dass die 1000 Kolleginnen und Kollegen, die Ende September hätten gehen müssen, ein weiteres Jahr bei Volkswagen bleiben können. Ich finde, das ist eine wirklich gute Nachricht. Und übrigens nicht die erste dieser Art. Volkswagen hatte ja schon die Verträge von 800 weiteren Zeitarbeitskräften verlängert, die sonst Ende Juni ausgelaufen wären. Im Moment können wir uns im Werk Wolfsburg über einen Mangel an Arbeit wirklich nicht beklagen. Aber daraus abzuleiten, dass es im nächsten Jahr zwangsläufig genauso sein muss, wäre Kaffeesatz-Leserei. Das können andere übernehmen. Der Betriebsrat jedenfalls macht keine leeren Versprechungen. Dafür ist das Thema Zeitarbeit ohnehin denkbar ungeeignet. Hier geht es schließlich um die berufliche Zukunft der Kolleginnen und Kollegen und um die damit verbundene Sicherheit für ihre Familien. Damit geht man nicht leichtfertig um. Klar ist: Der Betriebsrat  wird alles daran setzen, dass Zeitarbeitskräfte nicht plötzlich im Regen stehen.

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