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Notquartier: Erste Bahn-Pendler ziehen in Kaserne ein

Volkswagen Notquartier: Erste Bahn-Pendler ziehen in Kaserne ein

Die ersten Bahn-Pendler aus Berlin haben gestern ihre Zimmer in der ehemalige Bundeswehr-Kaserne in Ehra-Lessien bezogen. Mindestens bis zum Jahresende wollen die VW-Mitarbeiter die Räume als Notunterkunft nutzen - in der Hoffnung, dass dann die Hochwasserschäden auf der ICE-Strecke zwischen Berlin und Wolfsburg beseitigt sind.

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Kaserne in Ehra-Lessien: VW-Mitarbeiter Axel Pfannstiel aus Berlin räumte am Montag vor der Spätschicht seinen Schrank ein.

Quelle: Photowerk (htz/2)

Axel Pfannstiel (42) aus der Tiguan-Produktion gehört zu den ersten sechs Pendlern, die sich auf dem früheren Truppenübungsplatz einquartiert haben. „Mit dem Zug bin ich immer noch drei Stunden unterwegs“, erklärt der Berliner. Außerdem richte sich der Notfahrplan der Bahn nicht nach den Schichtzeiten bei VW: Zur Frühschicht kommt der ICE eine halbe Stunde zu spät an, zur Nachtschicht zwei Stunden zu früh.

Deshalb nahm Pfannstiel sofort Kontakt mit der Stadt auf, als er in der Zeitung von den geplanten Notunterkünften für die Pendler las. Dass er ausgerechnet in eine Kaserne einziehen sollte, konnte den VW-Arbeiter nicht abschrecken. „Mehr oder weniger waren wir ja alle mal in einer Kaserne“, erinnert der Berliner an seine eigene Wehrdienstzeit an.

Gemeinsam mit drei Kollegen zog Pfannstiel gestern in die Kaserne ein, jeder von ihnen in eine eigene Unteroffiziersstube mit Schrank, Stuhl, Tisch und Bett. Trotz der spartanischen Einrichtung kann sich der 42-Jährige mit seiner neuen Unterkunft anfreunden. „Es ist schön ruhig hier und ich kann meinen Sport ausüben und Laufen gehen“, sagt Pfannstiel. Auch der Preis ist mit 6,50 Euro dank einer Sondervereinbarung zwischen Bundeswehr und Volkswagen unschlagbar günstig.

In der Kaserne sind zurzeit noch 60 weitere Zimmer reserviert - allerdings nicht für die Bahn-Pendler, sondern für Mitarbeiter einer Spezialfirma, die für VW die durch den Hagel verbeulten Autos reparieren sollen. „Die ersten sollten schon am Freitag ankommen. Ob sie hier noch aufschlagen, ist nicht bekannt“, sagt Bernd Heidelmann, Leiter des Service-Centers in der Kaserne.

Groß ist auf jeden Fall das Interesse der Medien: Mehrere Berliner Tageszeitungen, Fernsehsender und Radiostationen haben einen Besuch in Ehra-Lessien angekündigt.

htz

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