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Nach Piëchs Abgang: Offene Fragen bei VW

Volkswagen Nach Piëchs Abgang: Offene Fragen bei VW

Der Patriarch ist weg, doch viele Fragen bleiben. Nach dem Rücktritt von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch müht sich der Konzern, wieder Tritt im Alltag zu finden. Fragen und Antworten zur aktuellen Lage:

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Wer folgt auf Piëch? Als mögliche Nachfolger gelten Martin Winterkorn, Wolfgang Reitzle und Hans Michel Piëch sowie Wolfgang Porsche und Hans Dieter Pötsch.

Quelle: Archiv

Was ist die Ausgangssituation?

Gut zwei Wochen lang tobte ein Machtkampf in der VW-Führungsspitze, der dem Ansehen des Autobauers schadete und große Unsicherheit bei Management und Belegschaft auslöste. Vergangenes Wochenende ging dann Vorstandsboss Martin Winterkorn siegreich vom Platz und VW-Patriarch Ferdinand Piëch, der den Konzern Jahrzehnte lang als Machtzentrum und VW-Großaktionär geprägt hatte, legte sein Chefkontrolleursamt nieder. Auch seine Ehefrau Ursula trat von ihrem Aufsichtsratsmandat zurück.

Wer könnte Piëch als Chef im Aufsichtsrat nachfolgen?

Namen kursieren viele, von Winterkorn über Familienmitglieder des Porsche/Piëch-Clans bis hin zum früheren Linde-Chef Wolfgang Reitzle, dessen Hut bei solchen Spekulationen oft in den öffentlichen Ring geworfen wird. Der Piëch-Bruder Hans Michel wäre eine Möglichkeit, sein Cousin Wolfgang Porsche eine andere - wenn sie auch als nicht sehr wahrscheinlich gilt. Und auch die nächste Porsche-Generation könnte in Person von Ferdinand Oliver Porsche eine Option werden. Für Winterkorn als zumindest mittelfristige Lösung spricht, dass er den Konzern nach Jahrzehnten in VW-Diensten in- und auswendig kennt. Außerdem dürfte seine Autorität nach dem gewonnen Machtkampf gegen Piëch weiter Bestand haben. Auch Finanzchef Hans Dieter Pötsch wurde schon als mögliche Interimslösung gehandelt

Steht zu befürchten, dass Großeigner Piëch seine VW-Anteile verkauft?

Das weiß bislang wohl nur er selbst. Über die Familienholding Porsche SE ist er an Volkswagen beteiligt, will er aussteigen, müsste er seine Anteile zunächst den übrigen Familienmitgliedern anbieten. Beim aktuellen Börsenkurs dürften seine PSE-Anteile rund 1,8 Milliarden Euro wert sein. Außerdem soll Piëch noch direkt VW-Aktien halten - davon geht Analyst Michael Punzet (DZ Bank) auf Basis früherer Stimmrechtsmitteilungen aus.

Von der Führungskrise einmal abgesehen: Welche Baustellen hat VW?

Genug - vor allem bei der Marke VW-Pkw, die gemessen am Umsatz zu wenig Gewinn einfährt. Besonders auf dem wichtigen US-Markt können Golf, Passat und Co. nicht mit der Konkurrenz mithalten. Zudem könnte die zentralistische Führungsstruktur nach dem Piëch-Abgang vor einer Reform stehen. So wie die Nutzfahrzeug-Marken eine abgeschlossene Einheit bilden, wären ähnliche Modelle für die Premium- und Massen-Marken denkbar. Handlungsdruck gibt es auch in China, wo VW zwar Marktführer ist, aber zuletzt das Wachstum der Konkurrenz nicht mehr mitgehen konnte. Es mangelt speziell an günstigen Modellen im untersten Segment, das seit Jahren geplante „Budget-Car“ fehlt nach wie vor.

Wie schauen die Vorgaben für die Wahl des Aufsichtsratsvorsitzes aus?

Generell werden der Chefkontrolleur und sein Stellvertreter aus der Mitte des Aufsichtsrates gewählt. Laut Mitbestimmungsgesetz braucht es dafür eine Mehrheit von zwei Dritteln der Mitglieder, aus denen der Aufsichtsrat insgesamt zu bestehen hat - das sind bei Volkswagen 20 Mandatsträger. Auch nach dem Rücktritt der Piëchs sind 14 der 20 Stimmen nötig.

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