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Nabu legt Kooperation mit VW auf Eis

VW-Abgas-Skandal Nabu legt Kooperation mit VW auf Eis

Nach dem Abgas-Skandal bei VW hat der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) die Zusammenarbeit mir dem Autokonzern auf Eis gelegt. Die Verhandlungen “über eine von VW gewünschte Verlängerung“ des zum Ende des Jahres auslaufenden Vertrages seien abgebrochen worden.

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Der Naturschutzbund legt die Zusammenarbeit mit VW auf Eis.

Quelle: dpa

"Der Nabu fühlt sich durch die Abgasmanipulationen genauso betrogen wie Millionen von Autobesitzer", sagte Nabu-Präsident Olaf Tschimpke in Berlin dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Die Organisation arbeitet seit 2004 mit VW zusammen. Unter anderem hat der Konzern Umweltprojekte des Nabu seit 2012 über mehrere Jahre mit insgesamt mindestens 1,85 Millionen Euro gefördert, wie die Organisation auf Nachfrage mitteilte. Außerdem gibt es weitere Förderzusagen über mehr als eine Million Euro.

Nach Bekanntwerden des Skandals habe er schriftlich bei Vorstand, Aufsichts- und Betriebsrat Veränderungen im Unternehmen angemahnt, sagte Tschimpke: „Wir fordern eine lückenlose Aufklärung.“ So fordere der Nabu künftig vor allem einen mit Vetorecht ausgestatteten Umweltvorstand. Tschimpke bezeichnete den Nabu als einen der wichtigsten Ansprechpartner für VW zum Thema Umwelt. „Deshalb haben uns die Meldungen über die Manipulationen der Abgaswerte besonders hart getroffen.“

Der Nabu-Präsident bezeichnete als wesentlichen Erfolg der Kooperation mit VW „das von der Konzernspitze ausgegebene Ziel, bis 2018 umweltfreundlichster Automobilhersteller der Welt zu werden“. Ob dieses Ziel jetzt noch zu halten ist, bleibe abzuwarten. Tschimpke betonte, im Laufe der Jahre seien mit Hilfe der Volkswagen AG eine Reihe von Naturschutzprojekten auf den Weg gebracht worden, die einen Beitrag zur Bindung von Treibhausgasemissionen und zum Erhalt wertvoller Ökosysteme oder Arten geleistet hätten.

Die Einnahmen aus der Kooperation mit VW bezifferte Tschimpke für 2014 mit 530.000 Euro. Das seien gerade einmal 1,5 Prozent des Gesamt-Etats gewesen. „Für uns keinesfalls ein Grund, sich in Zurückhaltung zu üben.“ Im Gegenteil sei der kritische Dialog mit dem Konzern immer essenzieller Bestandteil dieser Kooperation gewesen. Für seine Naturschutzarbeit stellt VW der Organisation fünf Fahrzeuge zur Verfügung.

Der Nabu finanziert sich als Mitgliederverband nach eigenen Angaben in erster Linie aus Mitgliedsbeiträgen sowie Spenden. Im vergangenen Jahr verzeichnete er Einnahmen in Höhe von 34,9 Millionen Euro.

epd

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