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Kompromiss: Boni für VW-Vorstände liegen auf Eis

Volkswagen Kompromiss: Boni für VW-Vorstände liegen auf Eis

Der Vorstand des VW-Konzerns stellt seinen Anspruch auf Bonuszahlungen nur in Teilen zurück und muss keinen endgültigen Verzicht in Kauf nehmen. Zwar behalte der Konzern etwa 30 Prozent der variablen Vergütung der Vorstände ein. Das Geld werde aber in Aktien umgewandelt und geparkt, erklärte der VW-Aufsichtsrat und niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) heute nach einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg.

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Konzernvorstands-Bonuszahlungen: Der VW-Aufsichtsrat hat heute einen Kompromiss zwischen öffentlicher Erwartung und vertraglichen Zusagen gefunden.

Quelle: Archiv (2)

Nach Ablauf von drei Jahren werde geprüft, wie sich der Aktienkurs entwickelt hat. Liegt der 2019 um ein Viertel über dem jüngst wegen der Diesel-Krise niedrigen Niveau, wird das Geld voll ausbezahlt. Liegt der Kurs der Papiere darüber, gibt es sogar entsprechend mehr Geld. Eine Deckelung greift bei 200 Prozent. Liegt der Kurs unter den 125 Prozent, sinkt das einbehaltene Geld entsprechend gestaffelt ab.

Weil betonte bei einer Stellungnahme auch den Fakt, dass es schließlich gültige Vereinbarungen mit den Top-Managern um Vorstandschef Matthias Müller gab, die nicht vom Tisch zu wischen gewesen wären: „Wir mussten abwägen zwischen berechtigen Erwartungen der Öffentlichkeit einerseits und vertraglichen Verpflichtungen andererseits“, sagte der Politiker. „Ich denke, wir haben eine angemessene Regelung gefunden.“

Über die millionenschweren Prämien der VW-Vorstände war in den vergangenen Wochen heftig gerungen worden. Eine Allianz aus dem Land Niedersachsen, dem Betriebsrat und der Gewerkschaft IG Metall hatte von den Managern einen maximalen Verzicht verlangt - bis hin zur Nullrunde. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh sprach gestern von einem „mühsam gefundenen Kompromiss“. Aus Kreisen der 20 Kontrolleure waren hinter vorgehaltener Hand auch deutliche Worte der Kritik zu hören. Von einer „Mogelpackung“ war die Rede.

Zumindest Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch spürt die Abgas-Krise direkt auf seinem Konto: Auf eigenen Wunsch verzichte er für das Geschäftsjahr 2015 auf 2,3 Millionen Euro. Unklar ist jedoch, wie hoch die Fallhöhe des ehemaligen Finanzvorstands ist. Laut einem Bericht des Magazins „Spiegel“ soll er bei seinem Wechsel in den Aufsichtsrat im Oktober 2015 knapp 20 Millionen Euro zugesichert bekommen haben.

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