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IG-Metall-Chef: Wut-Rede gegen das Management

VW-Betriebsversammlung IG-Metall-Chef: Wut-Rede gegen das Management

Millionen-Abfindungen an Vorstände und Zoff um den Zukunftspakt: Mit einer Wut-Rede hat Wolfsburgs IG-Metall-Chef Hartwig Erb bei der VW-Betriebsversammlung am Dienstag seinem Ärger über die Lage bei Volkswagen Luft gemacht.

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VW-Betriebsversammlung: Wut-Rede von Wolfsburgs IG-Metall-Chef Hartwig Erb.

Quelle: Roland Niepaul

Wolfsburg. Erb kritisierte vor allem die Abfindung in Höhe von 12,5 Millionen Euro für Christine Hohmann-Dennhardt, Ex-Vorstandsmitglied für Integrität und Recht, die den Konzern nach nur 13 Monaten verlassen hat. „Formal rechtens mag das wohl gewesen sein, aber integer ist was anderes“, so Erb. Der IG-Metall-Chef wetterte weiter: „Das, was die Damen und Herren im Vorstand da praktizieren, ist eher aus dem Lehrbuch von angehenden Wallstreet-Bankern oder Finanzhaien abgeschrieben. Das hat nichts mit der Volkswagen-Kultur zu tun - aber auch gar nichts.“

Erb lobte die Arbeitnehmervertreter im VW-Aufsichtsrat für die angestrebte Reform der Vorstandsgehälter. „Die Deckelung der Vorstandsbezüge ist längst überfällig“, sagte Erb bei der Betriebsversammlung. Mit Blick auf die 12,5 Millionen Euro fragte Wolfsburgs IG-Metall-Chef an VW-Markenchef Herbert Diess gerichtet: „Hätten sie das Geld nicht für die Sanierung der Kernmarke Volkswagen gebrauchen können?“ Dann, so Erb, „gäbe es vielleicht auch wieder Kekse bei Besprechungen oder Blumensträuße bei Betriebsjubiläen“.

Mit Blick auf die jüngste Auseinandersetzung um die Frage, ob Gewerkschaftsmitglieder bei VW Karrierevorteile haben, warnte Erb den Markenchef davor, „rote Linien“ zu überschreiten. „Auch im Topmanagement sollte doch bekannt sein, dass wir in Deutschland die Koalitionsfreiheit haben. Wir sind alle stolz, Metallerinnen und Metaller bei VW zu sein. Ich glaube, das reicht als kleiner Wink mit dem Zaunpfahl“, so Erb.

VW-Markenchef Diess hatte angekündigt, dass er klären lassen will, welche Rolle eine Gewerkschaftsmitgliedschaft für Karrieresprünge bei dem Autobauer spielt.

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