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Halbjahresbilanz 2014: VW-Kernmarke weiter unter Renditedruck

Volkswagen Halbjahresbilanz 2014: VW-Kernmarke weiter unter Renditedruck

Beim Volkswagen-Konzern steckt die Marke VW zunehmend in einer Ertragskrise. Das Ergebnis der Marke sank im ersten Halbjahr um rund ein Drittel auf etwa eine Milliarde Euro. VW will nun mit einem milliardenschweren Sparprogramm gegensteuern. Die Konzernspitze mahnte eindringlich zur Kostendisziplin, um die 2018-Strategie nicht zu gefährden.

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Weist den Weg: Volkswagen-Chef Martin Winterkorn.

Quelle: Archiv

Ziel für die schwächelnde Marke sei eine Rendite aus dem laufenden Geschäft von „mindestens sechs Prozent spätestens bis zum Jahr 2018“, wie VW gestern mit seiner Halbjahresbilanz mitteilte. Mit der Ankündigung des „Effizienzprogramms“ machte der Konzern Pläne offiziell, die schon kürzlich durchgesickert waren. Demnach soll VW-Pkw spätestens 2017 pro Jahr fünf Milliarden Euro einsparen.

VW-Chef Martin Winterkorn ließ erklären: „Unser Konzern ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Das bietet uns über alle Marken hinweg viele Möglichkeiten, effizienter zu werden und Synergien zu heben – dieses Potenzial werden wir nun vordringlich ausschöpfen.“ Winterkorn betonte: „Ich bin zuversichtlich, dass wir unseren Weg unbeirrt fortsetzen werden.“

Einige Beispiele für die komplexen Strukturen: Bei Volkswagen gibt es mehr Außenspiegel als Automodelle. Rund 350 Varianten sind verzeichnet. Vor zehn Jahren hatte der Konzern 300 verschiedene Stoßfänger, inzwischen 700 – bei 310 Automodellen. Vor seinen Managern fragte Winterkorn kürzlich „selbstkritisch“: „Realisieren wir Manches eher, weil es machbar ist und begeistert? Und nicht so sehr, weil es sich gut verkauft oder uns beim Ergebnis voranbringt?“

Im Volkswagen-Konzern steht die Marke VW-Pkw auch zur Halbzeitbilanz 2014 weiter unter Renditedruck. Erneut retteten die Ertragsperlen Audi und Porsche das Ergebnis – zusammen fuhren sie viermal so viel Gewinn ein wie die Marke VW. Die Entwicklung der Marken von Januar bis Juni 2014 im Überblick:

Volkswagen Pkw: Das Ergebnis der Marke VW vor Zinsen und Steuern lag bei rund einer Milliarde Euro und damit um etwa ein Drittel niedriger als in der ersten Hälfte des Vorjahres (1,5 Milliarden Euro). Die operative Umsatzrendite bei VW-Pkw stieg nach 1,8 Prozent im ersten Quartal nur leicht auf rund 2 Prozent. Der Konzern erklärte die fast 500 Millionen Euro Ertragsrückgang unter anderem mit weniger Verkäufen: 2,3 Millionen abgesetzte Fahrzeuge in den ersten sechs Monaten sind gut 3 Prozent Verschlechterung. Treiber der Entwicklung sei vor allem die problematische Verkaufsregion Südamerika. Zudem belasteten der starke Euro und Vorleistungen für Neuentwicklungen das Ergebnis. Positiv steuerten sinkende Materialkosten und ein günstigerer Modellmix im Verkauf gegen. In diesen Zahlen ist das getrennt bilanzierte China-Geschäft von VW nicht enthalten.

Audi: Audi fuhr einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 2,7 Milliarden Euro ein (2013: 2,6 Milliarden). Das Ergebnis wurde durch Währungsschwankungen, hohe Ausgaben für neue Modelle und Technologien sowie den Ausbau der Fabriken belastet. Die operative Umsatzrendite betrug 10 Prozent. Audi setzte im ersten Halbjahr weltweit 750.000 Fahrzeuge ab und erzielte damit ein Plus von 8,4 Prozent. Das China-Geschäft ist dabei nicht berücksichtigt.

Porsche: Der Sportwagenbauer Porsche erwirtschaftete ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 1,4 Milliarden Euro (2013: 1,3 Milliarden Euro). Die operative Umsatzrendite von Porsche lag bei 18,4 Prozent. Der weltweite  Absatz kletterte um 14 Prozent auf 89.000 Fahrzeuge (2013: 78.000).

Skoda: Das Ergebnis von Skoda lag bei 425 Millionen Euro (2013: 243 Millionen Euro; + 75 Prozent). Skoda setzte 426.000 Wagen ab (2013: 362.000; + 17,7 Prozent).

Seat: Seat schreibt weiter rote Zahlen, der Verlust verringerte sich leicht auf 37 Millionen Euro (2013: - 40 Millionen Euro). Der Absatz legte um 5,7 Prozent auf 258.000 Autos zu (2013: 244.000).

Bentley: Die Nobelmarke Bentley steigerte den Gewinn auf 95 Millionen Euro (2013: 58 Millionen Euro; + 64 Prozent). Der Absatz legte auf rund 6000 Wagen zu (2013: 4000).

VW Nutzfahrzeuge: Die Volkswagen Nutzfahrzeuge erzielten einen Gewinn von 280 Millionen Euro (2013: 246 Millionen Euro; + 13,8 Prozent). Der Absatz lag bei 221.000 Fahrzeugen (2013: 220.000).

Scania: Die Lkw-Tochter Scania verbuchte einen Gewinn von 476 Millionen Euro (2013: 464 Millionen Euro; + 2,6 Prozent). Der Absatz lag mit 38.000 Fahrzeugen auf Vorjahresniveau.

MAN: Der Lastwagen- und Maschinenbauer MAN fuhr ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 222 Millionen Euro ein. Der Absatz sank um 10,8 Prozent auf 58.000 Fahrzeuge (2013: 65.000).

VW-Finanzdienstleistungen: Die VW Finanzdienstleistungen erwirtschafteten mit 776 Millionen Euro ein Ergebnis über dem Vorjahresniveau (696 Millionen Euro; + 11,5 Prozent). Weltweit wurden 2,3 Millionen neue Finanzierungs-, Leasing- und Service-/Versicherungsverträge abgeschlossen (plus 16,1 Prozent).

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