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Grüne: Ersatzwagen für VW-Kunden bei längeren Rückrufen

VW-Abgas-Affäre Grüne: Ersatzwagen für VW-Kunden bei längeren Rückrufen

Die Grünen im Bundestag fordern von VW eine Ersatzwagen-Zusage für jene 540 000 Autofahrer, deren manipulierte Diesel beim Massenrückruf 2016 länger in die Werkstatt müssen. Am Montag hatte das Verkehrsministerium mitgeteilt, dass für diese Wagen kein Software-Update ausreicht, sondern neue Teile eingebaut werden müssen.

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Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

„Diese 540 000 Schwerstfälle werden richtig teuer für VW, weil man in diesem Fall komplizierte Teile austauschen muss. Entsprechend lange dauert der Werkstattaufenthalt und der betroffene Autofahrer muss auf sein Auto verzichten“, sagte der Grünen-Bundestagsabgeordnete und Verbraucherschutzexperte Markus Tressel am Dienstag. „Die betroffenen Autofahrer sollten dann einen Ersatzwagen einfordern. Das gibt die Rechtslage auch in vielen Fällen her, wenn es sich nicht um einen Zweit- oder Drittwagen einer einzelnen Person handelt.“ 

Bei den Wagen handelt es sich laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) um Diesel mit 1,6 Liter großem Motor.  

Tressel gab bei der Ersatzwagen-Frage zu bedenken: „Schwieriger wird es, wenn der Autoverkauf bereits zwei Jahre her ist und die eigentliche Gewährleistung abgelaufen ist. Diese Gewährleistung dauert aber deutlich länger, wenn eine arglistige Täuschung vorliegt. Und davon kann man in diesem Fall ausgehen.“ 

Experten schätzen, dass schon das Software-Update mindestens 90 Minuten braucht. Aus dem VW-Konzern gibt es bisher keine Angabe dazu. 

Tressel hat die Bundesregierung gefragt, ob nach deren Kenntnis für betroffene VW-Fahrer generell ein Ersatzwagenanspruch bestehe. Darauf antwortete das Verkehrsministerium nur: „Die Rahmenbedingungen werden den Fahrzeughaltern durch Volkswagen mitgeteilt.“

Dazu sagte Tressel: „Schade, dass die Bundesregierung diese Selbstverständlichkeit nicht unterstützt. Sie überlässt VW das Feld, die natürlich auf einen möglichst billigen Rückruf spekulieren und nicht von sich aus den Betroffenen einen Ersatzwagen anbieten werden.“. Die betroffenen VW-Kunden drohten damit gleich „zweimal die Gekniffenen“ zu werden.

dpa

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