Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
"Führende Rolle in Automobilindustrie einnehmen"

VW-Markenchef Diess "Führende Rolle in Automobilindustrie einnehmen"

Volkswagen will mit seiner lange wenig profitablen Kernmarke VW zur Aufholjagd beim Gewinn ansetzen. Das Sorgenkind mit den wichtigen Modellen Golf und Passat soll im laufenden Jahr operativ deutlich mehr Geld einbringen – die Umsatzrendite soll am oberen Ende der Bandbreite von 2,5 bis 3,5 Prozent liegen.

52.434664 10.773039
Google Map of 52.434664,10.773039
Mehr Infos
Nächster Artikel
Produktivität: Werk Wolfsburg hinkt Zielen hinterher

Volkswagen-Markenchef Herbert Diess spricht am Freitag während der Jahres-Pressekonferenz in Wolfsburg.

Quelle: dpa

Wolfsburg. „2016 war für die Marke Volkswagen ein entscheidendes Jahr. Es war ein Transformationsjahr – und markiert den Aufbruch in eine neue Phase unseres Unternehmens“, sagte VW-Markenchef Herbert Diess. Im vergangenen Jahr hatte die Rendite auch wegen der Folgen des Abgas-Skandals lediglich 1,8 Prozent betragen – auf Basis der jetzt geltenden Bilanzierung wären es 2,1 Prozent gewesen: Einige Importeursgesellschaften, die auch Autos anderer Konzernmarken vertreiben, werden neuerdings nicht mehr zur Marke gezählt. Die Stammmarke gilt immer noch als renditeschwach im Vergleich mit der Konkurrenz. Auf mittlere Sicht bleibt es dabei, dass die Rendite bis 2020 auf 4 Prozent steigen soll, 2025 sind 6 Prozent angepeilt.

Operatives Ergebnis von 869 Millionen Euro

Im starken ersten Quartal 2017 hatte VW-Pkw ein operatives Ergebnis von 869 Millionen Euro erzielt – was einer Marge von 4,6 Prozent entspricht. Vor einem Jahr war der operative Gewinn der Marke auch wegen des Abgas-Skandals noch auf 73 Millionen Euro eingebrochen. Das erste Quartal könne aber „kein Maßstab für das Gesamtjahr sein“, mahnte Marken-Finanzchef Arno Antlitz. Verwiesen wurde etwa auf hohe Kosten für das Erreichen der Grenzwerte beim klimaschädlichen Kohlendioxid.

Herbert Diess (r), Vorsitzender des Markenvorstands Volkswagen Pkw, und Arno Anlitz, Mitglied des Markenvorstands Volkswagen Pkw im Geschäftsbereich Controlling und Rechnungswesen, sprechen am 05.05.2017 während der Jahres-Pressekonferenz in Wolfsburg (Niedersachsen) vor Medienvertretern.

Zur Bildergalerie

Bei der Umsetzung der neuen Unternehmensstrategie „Transform 2025+“ sieht sich VW auf einem guten Weg, wie Markenchef Diess betonte. Das Ziel sei es, eine führende Rolle in der Automobilindustrie einzunehmen. 2016 sei für die Marke ein jahr des Neuanfangs gewesen. „Wir haben uns intensiv um die Diesel-Krise gekümmert. Wir haben im operativen Geschäft die Wende eingeleitet. Und wir haben die strategische Neuausrichtung der Marke erarbeitet“, sagte Diess.

Um die Marke VW profitabler zu machen, vereinbarte das Unternehmen zusammen mit dem Betriebsrat auch einen „Zukunftspakt“, der unter anderem den Wegfall von weltweit bis zu 30.000 Stellen vorsieht – ohne betriebsbedingte Kündigungen. Im Gegenzug sollen Tausende Arbeitsplätze in Zukunftsfeldern entstehen.

Wachstum in verschiedenen Märkten

Fortschritte sieht Volkswagen ebenfalls bei der Neuaufstellung in den Regionen, Auswirkungen substanzieller Restrukturierungsprogramme seien erkennbar: In Nord- und Südamerika sowie in Russland sei Volkswagen im ersten Quartal überdurchschnittlich stark gewachsen und habe Marktanteile hinzugewonnen. In den USA habe Volkswagen die Auslieferungen um 10 Prozent gesteigert und wieder annähernd das Niveau vor aufkommen der Diesel-Affäre erreicht.

Der Umsatz der Kernmarke soll den Angaben zufolge in diesem Jahr um zehn Prozent zulegen – was gut 81 Milliarden Euro entsprechen würde. 2016 waren es nach der jetzt gültigen Bilanzierung 74 Milliarden Euro. Es gebe aber auch Risiken, betonte Diess: Vor allem in Nord- und Südamerika sei die Entwicklung unsicher, ebenso in Großbritannien und der Türkei. „Das Jahr wird also kein Selbstläufer“, sagte Diess.

Produktoffensive gestartet

Über alle Regionen hinweg habe Volkswagen die bisher größte Produktoffensive gestartet. Allein zehn neue Modelle liefen 2017 an, fünf davon echte Neuheiten ohne Vorgänger. Bis Ende 2018 starten laut Volkswagen weltweit sieben neue SUVs, unter anderem der T-Roc.

htz/dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuell