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Festnahme in Audi-Diesel-Affäre: Ex-Manager aus Neckarsulm

Anklage in den USA Festnahme in Audi-Diesel-Affäre: Ex-Manager aus Neckarsulm

Bei den Ermittlungen gegen Audi in der Diesel-Affäre ist erstmals in Deutschland ein Beschuldigter festgenommen worden. Dem Mann soll in der Motorenentwicklung am Standort Neckarsulm gearbeitet haben – ihm werden Betrug und unlautere Werbung vorgeworfen. Dies teilte die Staatsanwaltschaft München II am Freitag mit.

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Abgas-Skandal: Ein Ex-Audi-Manager wurde in Deutschland festgenommen.

Quelle: dpa

Detroit/München. Wer er ist und was ihm genau vorgeworfen wird, wollte eine Behördensprecherin offiziell noch nicht sagen. Laut „Spiegel Online“ und „Bild“ handelt es sich um den ehemaligen Manager der VW-Tochter Audi, Giovanni P., der bis 2015 ein Team von Ingenieuren geleitet haben soll, das für die Abgaskontrollsysteme der Modelle für den US-Markt zuständig war. Gegen den 60-jährigen Italiener haben zudem die US-Behörden Strafanzeige gestellt. Sie werfen ihm Verschwörung zum Betrug und Verstöße gegen US-Umweltrecht vor.

Der 60-Jährige war laut US-Justiz von 2006 bis 2015 Leiter eines Ingenieurteams bei der VW-Tochter in Neckarsulm, das Abgaskontrollsysteme entwickelt habe, teilte das Justizministerium mit. Er habe seine Angestellten angewiesen, eine Software zu entwickeln, um bei Abgastests der US-Umweltschutzbehörde zu betrügen.

Ingenieure, die die Schummel-Software entwickelt haben, hätten im Jahr 2008 eine Präsentation über das System an leitende Manager von Audi gesendet, darunter sei auch der Ex-Manager gewesen, gegen den nun die Anzeige eingeleitet wurde, hieß es in den Unterlagen des Justizministeriums. Im gleichen Jahr seien mehrere Audi-Manager zu dem Schluss gekommen, das eine Anwendung der Software „unhaltbar“ sei.

2013 habe es einen Vorschlag gegeben, das System mit den zuständigen Behörden in den USA zu besprechen. Der heute 60-Jährige habe eine Offenbarung gegenüber der Behörden aber als „zu riskant“ bezeichnet, hieß es in den Gerichtsunterlagen.

Volkswagen hatte zugegeben, fast 600.000 Dieselautos in den USA mit einer Software so manipuliert zu haben, dass sie bei Abgastests Schadstoffnormen erfüllten. Da das auf Kosten der Leistung ging, wurden die Abgaskontrollen im Alltagsbetrieb von derselben Software abgeschaltet. Insgesamt hat der Skandal VW bereits mehr als 20 Milliarden Dollar gekostet.

Gegen sieben weitere VW-Mitarbeiter sind in den USA deshalb bereits rechtliche Schritte eingeleitet worden. Über einen ehemaligen von ihnen soll Ende des Monats ein Urteil gesprochen werden, ein Mitarbeiter befindet sich in den USA in Haft, fünf weitere Mitarbeiter sind deutsche Staatsbürger.

Von dpa