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Ex-VW-Mitarbeiter brachte Stein ins Rollen

Untreueverdacht Ex-VW-Mitarbeiter brachte Stein ins Rollen

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen Untreueverdachts bei VW wurden nach WAZ-Infos durch einen Ex-VW-Mitarbeiter ins Rollen gebracht. Der frühere Ingenieur Rüdiger Kammerhoff hat nach eigener Aussage bereits vor mehreren Monaten Strafanzeige wegen angeblich zu hoher Zahlungen an Betriebsräte erstattet.

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Wolfsburg. Wolfsburg. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen Untreueverdachts bei Volkswagen wurden nach WAZ-Informationen durch einen ehemaligen VW-Mitarbeiter ins Rollen gebracht. Der frühere Ingenieur Rüdiger Kammerhoff hat nach eigener Aussage bereits vor mehreren Monaten Strafanzeige wegen angeblich zu hoher Zahlungen an Betriebsräte erstattet.

Kammerhoff begründete seinen Vorwurf auf WAZ-Anfrage damit, dass seit der VW-Affäre um Schmiergeldzahlungen und Lustreisen von Betriebsräten vor mehr als zehn Jahren „bei VW alles so weiter lief wie bisher“.

Bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft geht es zwar um angeblich zu hohe Bezüge für VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh. Der Untreueverdacht richtet sich aber nicht gegen Osterloh selbst, sondern gegen vier führende VW-Personalmanager: Konzern-Personalvorstand Karlheinz Blessing, seinen Vorgänger Horst Neumann, den aktuellen Personalleiter der Marke VW, Martin Rosik, und dessen Vorgänger Jochen Schumm. Der Konzern erklärte, VW halte sich bei der Vergütung von Betriebsratsmitgliedern an das Betriebsverfassungsgesetz.

In den vergangenen Monaten hatte Kammerhoff den Konzern und führende VW-Manager mit einer ganzen Reihe von Strafanzeigen überzogen. Bei der Aufwandsentschädigung für Betriebsratstätigkeit sah die Staatsanwaltschaft immerhin einen Anfangsverdacht der Untreue als gegeben. Grundsätzlich müsse ein Antragsteller seine Vorwürfe nicht glaubhaft machen, erklärte Julia Meyer, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Die Behörde sei zu Ermittlungen verpflichtet, sofern die Vorwürfe nicht offensichtlich abwegig seien. Dass es in diesem Fall zu einer Anklage kommt, gilt bei vielen Experten aber als unwahrscheinlich.

Kammerhoff war bis 2003 mehr als 40 Jahre als Versuchsingenieur für VW tätig. In den vergangenen Jahren erhob er immer wieder Vorwürfe gegen das Unternehmen. Dabei ging es unter anderem um Geldforderungen für die Entwicklung einer Vorrichtung, mit der sich Autotüren ohne störende Geräusche schließen lassen.

Gut möglich, dass Volkswagen schon bald weiterer Ärger mit Kammerhoff droht. Derzeit reist er nach eigener Aussage durch China und Australien, um zu prüfen, „ob VW mich bei der Verwendung weiterer meiner Erfindungen belogen und betrogen hat“.

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