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Ex-VW-Chef Carl H. Hahn feiert 90. Geburtstag

Wolfsburg Ex-VW-Chef Carl H. Hahn feiert 90. Geburtstag

Wolfsburg. Carl Horst Hahn feiert am Freitag seinen 90. Geburtstag. Der Name des ehemaligen VW-Chefs ist untrennbar verknüpft mit dem Aufstieg von Volkswagen zur Weltmarke und insbesondere mit der Eroberung des amerikanischen Markts.

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Carl Horst Hahn: Er geht auch Jahre nach seiner Pensionierung jeden Tag zur Arbeit, hat unter anderem eine eigene Stiftung gegründet.

So viele Gäste wie der ehemalige VW-Chef Carl H. Hahn zu seinem 90. Geburtstag am Freitag erwartete, passten kaum in das eigens dafür aufgebaute Zelt. Etwa 250 Freunde und Familienmitglieder wollten mit ihm feiern. Die Gratulanten hatte Hahn deshalb schon im Vorfeld auf zwei Tage verteilt, die Feier bis zum Samstag verlängert. 

Das passt zu einem Menschen, der auch Jahre nach seiner Pensionierung jeden Tag zur Arbeit geht und auch dort die Zeit einfach verlängert. Eine eigene Stiftung, die sich mit Bildung befasst, hat Hahn gegründet. Außerdem ist er Mitglied in verschiedenen Kuratorien und Vorständen.

Teil einer sich verändernden Welt zu sein, hält ihn fit.  „Bei meiner Pensionierung hat noch kein Mensch mit dem Internet gearbeitet und niemand ein Handy in der Tasche gehabt. Bei dieser Veränderung dabei zu sein zu können, ist ein Geschenk“, erklärt er.  Zum Autobauer VW kam der in Chemnitz geborene Industriellen-Sohn 1954 als Leiter der Exportförderung. Von 1959 bis 1964 leitete er „VW of America“.

Zurück in Wolfsburg, wurde er Vorstandsmitglied und Verkaufschef für den Konzern. Nach Differenzen um die Unabhängigkeit von Audi mit dem damaligen VW-Chef Rudolf Leiding verließ Hahn VW 1972 und übernahm die Führung der damaligen Continental-Gummi-Werke AG in Hannover. 

Zehn Jahre darauf kehrte er überraschend als VW-Vorstandsvorsitzender nach Wolfsburg zurück. Unter seiner Führung wuchs das Unternehmen zum europäischen Marktführer heran. In Hahns Ära fiel der Kauf von Seat und Skoda ebenso wie die Weichenstellung für Geschäfte mit China - die heute mit Abstand wichtigste Verkaufsstütze des Konzerns. Er sei ein Mann mit Benzin im Blut, sagte einst Ferry Porsche über Hahn. 

1993 übernahm Ferdinand Piëch den Chefposten, Hahn wechselte noch bis 1997 in den Aufsichtsrat. „Ich bin froh, dass ich die Chance hatte, immer am richtigen Ort zu sein. Sei es bei VW, bei Continental oder später wieder bei VW“, sagt er rückblickend.  

Kritisch betrachtet Hahn heute die Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Bei einem Empfang der Stadt Wolfsburg anlässlich seines Geburtstags sagte er: „War Deutschland einst noch in mehr als zehn Industriezweigen weltweit führend, ist es das inzwischen noch in zweien: der Automobilindustrie, dank eines sehr guten Teils von VW. Und dem von ihr inspirierten Maschinenbau.“ Deutschland müsse wirtschaftlich aggressiver sein, um auch in Zukunftssektoren bestehen zu können, meint Hahn. 

Großer Empfang für einen großen Mann: Zum 90. Geburtstag von Carl Hahn richtete die Stadt Wolfsburg eine Feier im Kunstmuseum aus.

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Er selbst will mit seinem Herzensthema, vor allem der frühkindlichen Bildung, weiter dazu beitragen, Deutschland wettbewerbsfähig zu halten. Vor drei Jahren starb Hahns Frau Marisa, mit der er vier Kinder hat. Das sei ein tiefer Einschnitt in seinem Leben gewesen, erzählt er. Bald kürzer zu treten oder tatsächlich die Arbeit zu beenden - daran denkt Hahn aber nicht. „Ich freue mich immer auf den Urlaub. Aber das ganze Jahr lang Urlaub zu haben, kann langweilig sein - oder kostet viel Geld.“

fra

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Carl Horst Hahn: Seinen 90. Geburtstag feiert der frühere Volkswagen-Chef und Wolfsburger Ehrenbürger mit etwa 250 Freunden und Familienmitgliedern.

Carl H. Hahn spricht im WAZ-Interview über sein enormes Arbeitspensum im Alter von 90 Jahren, die Bedeutung gesellschaftlichen Engagements und seine Wahlheimat Wolfsburg. Vor dessen 90. Geburtstag stellte WAZ-Redakteur Ulrich Franke dem ehemaligen VW-Chef Carl H. Hahn die Fragen für das folgende Interview.

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