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Dieselkrise: Volkswagen legt weitere Milliarden zurück

Volkswagen Dieselkrise: Volkswagen legt weitere Milliarden zurück

Die Dieselkrise hinterlässt weiter ihre Spuren in der Bilanz des VW-Konzerns. Im ersten Halbjahr sank der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) binnen Jahresfrist um 22 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro, wie aus einer Mitteilung vom Mittwoch über vorläufige Eckzahlen hervorgeht.

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Tiguan-Produktion in Wolfsburg: Das Effizienzprogramm für mehr Sparbemühungen bei der Marke Volkswagen zeigt Wirkung.

Darin enthalten seien „negative Sondereinflüsse in Höhe von 2,2 Milliarden Euro“, die Volkswagen vor allem mit Rechtsrisiken erklärte, „die im Wesentlichen auf Nordamerika entfallen“. Dort, wo in den USA die Abgas-Affäre begann, blicken die Wolfsburger auf milliardenschwere juristische Risiken. 

Ohne den Dämpfer der 2,2 Milliarden Euro wäre der Halbjahresgewinn aus dem laufenden Geschäft auf 7,5 Milliarden Euro geklettert. Damit hätte sich bei den operativen Erträgen ohne Sondereinflüsse wie die Abgas-Affäre ein Plus von rund 7 Prozent ergeben. Vor allem die VW-Kernmarke habe sich nach einem schwachen Startquartal erholt. 

Gründe für den Schub bei der Hausmarke um Golf und Passat seien unter anderem die saisonale Nachfrage, eine Erholung des Automarktes in Europa - wo VW neben China das meiste Geld verdient - sowie die Wiederbelebung des Großkundengeschäfts. Das Effizienzprogramm für mehr Sparbemühungen bei der Marke habe auch zum Ergebnis beigetragen. Im Schlussquartal 2015 war VW-Pkw sogar in die Verlustzone gerutscht.  Den Ausblick lässt Volkswagen unberührt. Demnach könnten die Umsätze des Konzerns gegenüber 2015 um 5 Prozent sinken. Vor Sondereinflüssen wie der Diesel-Krise sollen vor Zinsen und Steuern (Ebit) 5 bis 6 Prozent vom Umsatz hängen bleiben (sogenannte operativen Rendite). 

Am 28. Juli will der Konzern seine gesamte Halbjahresbilanz vorlegen. Hier wird sich dann auch zeigen, wie viel Substanz im operativen Gewinn steckt. Bisher haben die Wolfsburger zum Beispiel noch keine Umsatzzahlen genannt und auch der Nachsteuergewinn ist unbekannt. 

Die Sondereinflüsse belasten auch die VW-Dachgesellschaft Porsche SE (PSE), die die Mehrheit der VW-Stimmrechte hält und knapp ein Drittel des VW-Kapitals. Trotz der Einbußen von 2,2 Milliarden Euro bleibe die PSE aber bei ihrer Prognose, für 2016 ein Nachsteuerergebnis zwischen 1,4 Milliarden Euro und 2,4 Milliarden Euro zu erzielen, teilte die Beteiligungsgesellschaft am Dienstag mit. Neben Volkswagen hat die in Stuttgart angesiedelte PSE keine größeren Beteiligungen. 

Details zur Art der „negativen Sondereinflüsse“ von 2,2 Milliarden Euro, die „vor allem“ an weiteren „rechtlichen Risiken“ hängen und „im Wesentlichen auf Nordamerika entfallen“ gab es am Mittwoch nicht. Es dürfte sich dabei zum Großteil um Folgen der Diesel-Krise handeln, doch unter Sondereinflüssen ist auch anderes zu verstehen, was nicht direkt mit der Abgas-Affäre zusammenhängen muss. Klarheit wird die Halbjahresbilanz nächste Woche Donnerstag bringen. Bisher hatte Volkswagen 16,2 Milliarden Euro Puffer für die Diesel-Krise gebildet. 

Ende Juni hatte Volkswagen in einem Vergleich in den USA den Weg frei gemacht dafür, dass der Abgas-Skandal den Autobauer dort bis zu 13,5 Milliarden Euro kostet - für Rückkäufe, Entschädigung und Strafen.  Die vorläufigen Zahlen fielen besser aus als von Analysten erwartet und führten zu deutlichen Kursgewinnen. Mit einem Plus von zeitweise gut 6 Prozent schoss die VW-Vorzugsaktie am Mittag zur Dax-Spitze.

dpa

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