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Diesel-Affäre kostet Audi-Vorstand das Amt

Volkswagen Diesel-Affäre kostet Audi-Vorstand das Amt

Ingolstadt/Wolfsburg. Erst im Januar hatte Stefan Knirsch die Nachfolge von Audi-Technikvorstand Ulrich Hackenberg angetreten, der über den Dieselskandal gestolpert war. Der geplante Befreiungsschlag wurde zum Rohrkrepierer. Der 50-Jährige „legt seine Funktion mit sofortiger Wirkung nieder und verlässt das Unternehmen im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat“, teilte Audi gestern in Ingolstadt mit.

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Ermittlungen haben ihn belastet: Audi-Technik-Vorstand Stefan Knirsch stolpert über die Diesel-Affäre.

Quelle: dpa

Gründe wurden nicht genannt. Im Umfeld des VW-Konzerns wurde jedoch bestätigt, dass die US-Kanzlei Jones Day bei ihren Ermittlungen zum Dieselskandal im Auftrag des VW-Aufsichtsrats Informationen gefunden haben, die Knirsch massiv belasteten (AZ/WAZ berichtete).

Der stellvertretende Audi-Aufsichtsratschef Berthold Huber wurde deutlicher: Die Arbeitnehmer hätten von Knirsch vor Amtsantritt eine Erklärung gefordert, dass er nichts von der Diesel-Thematik gewusst habe. „Die Untersuchungsergebnisse zeigen leider ein anderes Bild. Deshalb musste es zu einer Trennung kommen“, sagte der frühere IG-Metall-Chef. Knirsch war mit Unterbrechungen seit 1990 bei Audi und Porsche tätig, seit 2013 hatte er die Motorenentwicklung der VW-Tochter Audi geleitet.

Medien hatten bereits vor mehr als einer Woche über das bevorstehende Aus berichtet. Vor Beginn der Automesse in Paris hat Audi das Thema damit erst mal abgeräumt. Aber es platzt mitten in Audis Verhandlungen mit den US-Behörden. Diese hatten in Audis Drei-Liter-Dieselmotor nicht erlaubte Software entdeckt. Rund 85.000 Audis, Porsche Cayennes und VW Touaregs fahren damit in den USA umher. Audis Rückrufplan vom Februar reicht der US-Justiz nicht. Bis 24. Oktober muss Audi einen besseren Plan vorlegen.

Wie die Amerikaner Knirschs Abgang bewerten, ist noch offen. Die Optimisten bei Audi und VW hoffen, dass die schnelle Trennung als positives Signal gesehen wird: Audi habe einen Bremser bei der Aufklärung entdeckt und sofort gefeuert. Aber es gibt auch die umgekehrte Lesart: Vor einem Jahr schon ist der Skandal um weltweit elf Millionen manipulierte Diesel-Fahrzeuge aufgeflogen – und noch immer sitzen mögliche Mitwisser an den Schaltstellen des Konzerns.

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