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Der wahre Käfer-Erbe: 40 Jahre VW Scirocco

Volkswagen Der wahre Käfer-Erbe: 40 Jahre VW Scirocco

Da irren sich viele: Nicht der VW Golf hat den Käfer beerbt. Sondern streng genommen war es der Scirocco, mit dem in Wolfsburg die Ära des luftgekühlten Heckmotors vor 40 Jahren zu Ende ging.

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Schön schräg: Für die hübsche Coupé-Form des VW Scirocco ist Designer Giorgio Giugiaro verantwortlich, der auch den Golf zeichnete.

Wir schreiben das Ende der 1960er Jahre: Der VW Käfer läuft und läuft zwar noch, aber in Wolfsburg stehen die Zeichen auf Wandel. Der VW-Vorstand hat erkannt, dass es bessere Antriebstechnologien gibt als den luftgekühlten Heckmotor. Der Plan: Den Antrieb nach vorne verlegen, von einer Boxer- auf eine Reihenkonstruktion und von Luft- auf Wasserkühlung umstellen, und dazu von Giorgio Giugiaro ein zeitgemäßes Bleichkleid schneidern lassen - so wird gerne die Geburtsstunde des VW Golf beschrieben.

Doch historisch korrekt ist das nicht, gibt VW-Sammler Jürgen Kolle aus Braunschweig zu bedenken. Denn streng genommen nahm ein anderes Modell die technische Revolution vorweg: der Scirocco. Im Frühjahr 1974 hatte VW auf dem Genfer Salon den Scirocco enthüllt - ein paar Wochen vor dem Golf. Und weil das nach einem heißen Wind aus der afrikanischen Wüste benannte Auto die gleiche Basis nutzte, waren die wichtigsten technischen Neuerungen damit bereits publik.

Der Scirocco sollte Lust und Leidenschaft in die VW-Modellpalette bringen und das Geschäft in den leistungshungrigen USA beflügeln, berichtet die Historikerin Claudia Böhler in einer Dokumentation für das Unternehmensarchiv. Am Ende war der Scirocco dann nicht nur auf der Straße, sondern auch in der Fabrik etwas schneller als der Golf: „Während der Scirocco bereits ab April 1974 produziert wurde, liefen die Bänder für den Golf erst im Sommer an“, berichtet Kolle.

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