Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Datenlöschung: Ermittlungen gegen Juristen

Volkswagen Datenlöschung: Ermittlungen gegen Juristen

Wolfsburg. Bei VW wurde zu Beginn der Abgasaffäre offenbar versucht, möglicherweise belastende Dokumente in größerem Stil zu beseitigen. Diesem Verdacht geht die Staatsanwaltschaft Braunschweig nach. Ein Sprecher bestätigte auf Anfrage, dass gegen einen Mitarbeiter ein Ermittlungsverfahren wegen Urkundenunterdrückung und versuchter Strafvereitelung eröffnet worden sei.

Voriger Artikel
VW erhält weitere Freigabe für gut 1 Million Diesel-Rückrufe
Nächster Artikel
Wirbel um gelöschte VW-Daten
Quelle: Archiv

Nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung handelt es sich bei dem Beschuldigten um einen hochrangigen VW-Juristen. Laut Klaus Ziehe, Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig, basiert das neue Ermittlungsverfahren auf Vernehmungen im Rahmen des bisherigen Ermittlungsverfahrens zum Dieselskandal. Danach soll der Beschuldigte in einer Besprechung im August vergangenen Jahres Kollegen „verklausuliert, aber deutlich genug“ nahegelegt haben, Daten zu löschen oder beiseite zu schaffen. Zu diesem Zeitpunkt habe die Veröffentlichung der Abgasmanipulation kurz bevorgestanden. Der Aufforderung wurde Folge geleistet, so Ziehe.

Den Ermittlungen zufolge wurden Daten zum Teil auf Speichersticks ausgelagert. Die Sticks seien inzwischen mindestens zum Teil wieder zurückgegeben worden. „Bislang geht die Staatsanwaltschaft von keinem größeren Datenverlust aus, der die Ermittlungen im Dieselskandal maßgeblich behindern oder verzögern könnte. Endgültig kann dies aber derzeit nicht beurteilt werden“, so Ziehe.

Nach Informationen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung war zum Zeitpunkt der Datenbeseitigung der Abgasbetrug gegenüber den US-Behörden noch nicht eingestanden worden. Die Aufforderung zur Aktenbeseitigung soll etwa eine Woche gegolten haben. Dann wurde von der VW-Rechtsabteilung des Unternehmens ein „litigation hold“ verschickt, eine Aufforderung nach US-Recht, Daten für einen eventuellen Prozess zu sichern.

Die Staatsanwaltschaft wollte sich zu der Person des Beschuldigten und seiner Funktion bei VW nicht äußern. Nach Informationen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung handelt es sich um einen Juristen, der mit Rechtsfragen der Produktsicherheit in den USA befasst war. Der Mann ist inzwischen beurlaubt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Volkswagen
Volkswagen: Ein führender Mitarbeiter soll Kollegen zum Löschen von belastenden Daten im Abgas-Skandal aufgefordert haben.

Wolfsburg. Die bei Volkswagen kurz vor dem Auffliegen der Abgas-Affäre verschwundenen Daten sind laut Staatsanwaltschaft bisher kein Hindernis für die Strafverfolgung. „Wir sind im Moment relativ hoffnungsfroh, dass das unsere Ermittlungen nicht erschweren wird“, sagte Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe gestern. „Wir gehen im Moment davon aus, dass wir keinen maßgeblichen Verlust erlitten haben.“

mehr
Mehr aus Aktuell