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Das Auto der Zukunft: Ein Wohnraum für unterwegs

Autodesign für die Zukunft Das Auto der Zukunft: Ein Wohnraum für unterwegs

Design und Technik – beides entscheidet über das Fahrgefühl, über die Beziehung, die ein Fahrer mit seinem Auto eingeht. Doch wie sieht das Auto der Zukunft aus, wenn etwa das Lenkrad nicht mehr im Zentrum steht? Zwei Designer berichten über ihre Entwürfe von morgen.

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Mehr Raum für Design: Wie wird das Auto der Zukunft aussehen?
 

Quelle: Daimler AG

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“Das Design muss hot und cool sein“

Autos werden sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren mehr verändern, als in den letzten 50 Jahren zuvor. Die Elektrifizierung bietet uns Designern viele neue Möglichkeiten in der Gestaltung. Wie das aussehen könnte, zeigt unser Concept EQ an, das eine avantgardistische moderne und eigenständige Ästhetik bietet. Und gleichzeitig offenbart sein auf das Wesentliche reduzierte Design Progressivität. Ich bin sehr glücklich, dass wir diesen Wandel mitgestalten können, dieses Glück hat man nicht alle Tage.

Natürlich wird es auch das klassische Autodesign, das wir bisher gewohnt sind, weiterhin geben. Aber wir können “purpose design“ gestalten, also ganz neue eigenständige Wege gehen. Werden diese neuen Autos “schön“ sein? Ich denke, Schönheit muss nicht neu definiert werden, aber sie unterliegt dem Wandel und ist immer Ausdruck der Zeit.

Es gibt aber auch Formen, die tatsächlich zeitlos sind. Ein schöner Körper ist zeitlos, das zeigen antike Statuen, sie faszinieren Menschen schon seit Jahrtausenden. Für uns Designer haben unsere Autos auch Schultern und eine Form mit Taille. Unser Design bedient zwei Pole: einmal muss es “hot“ sein, muss die emotionale Ebene ansprechen, das ist die Schönheit. Und es muss “cool“ sein, den technischen Aspekt betonen. Technik muss den Fahrer begeistern und emotional erlebbar sein.

Designstudie von Mercedes Benz

Designstudie von Mercedes Benz

Quelle: Daimler AG

Oft werde ich gefragt, wie die neuen Autos aussehen werden - eher sportlich oder wie ein SUV mit viel Platz. Ich bin überzeugt, dass wir in Zukunft noch ganz neue Segmente erleben werden. Wir Designer leben vor der Zeit, das heißt, wir arbeiten heute an den Autos, die erst in zehn Jahren auf den Markt kommen.

Wenn die gesetzlichen und technischen Rahmenbedingungen stimmen, werden wir autonom fahren können. Und dann hat der Fahrer im Auto Zeit für ganz andere Dinge, als nur auf den Verkehr zu achten. Das wird nicht morgen passieren, aber vielleicht übermorgen. Die individuelle Mobilität wird sich definitiv weiterentwickeln. Die Angebote werden vielfältiger, bunter und immer zielgruppenorientierter.

 In Zukunft kommt die Frage, vielleicht vom Auto selbst: Möchtest Du selbstbestimmt und frei fahren? Oder einfach mobil sein und von mir gefahren werden? Vielleicht wird das der Luxus der Zukunft. Ich fahre, wohin und wann ich will. Und wie ich will. Auch wenn es nur zum Spaß ist und keinen Zweck erfüllt, außer Fahrspaß. Und für den sind ja auch wir Designer mitverantwortlich.

Gorden Wagener, Chefdesigner bei Mercedes Benz

Gorden Wagener, Chefdesigner bei Mercedes Benz.

Quelle: Daimler AG

Gorden Wagener wurde 1968 in Essen geboren. Nach seinem Studium des Industrial Design an der Universität Essen spezialisierte er sich am The Royal College of Art in London auf Transportation Design. Seit 1997 arbeitet er als Designchef bei Mercedes.
 

“Der Mensch rückt in den Mittelpunkt“

Die mobile Welt ist derzeit in einem Wandel, mit dem sich auch die Kundensicht auf das Auto vollkommen verändert. Maßgeschneidertes Design wird noch mehr als heute zum wichtigen Unterscheidungsmerkmal, da sich die Technologien mit automatisiertem Fahren und Elektromobilität immer mehr angleichen werden. Innovation, Emotion und Schönheit entscheiden heute wie in Zukunft über Wertigkeit und Charakter eines Produktes.

Das Auto von übermorgen wird stärker als je zuvor zu einem Ort der Kommunikation. Und genau das zeigt Volkswagen mit der “I.D. Familie“, einer Flotte progressiv konzipierter und avantgardistisch designter Elektrofahrzeuge. Sie rücken den Menschen in den Mittelpunkt, der Platz des Fahrers ist das interaktive Zentrum eines mobilen Wohnraums mit Lounge-Atmosphäre und klarer Funktionalität.

Der Elektroantrieb schafft für uns Designer deutlich größere Freiräume. Kühleröffnungen werden kleiner, die Achsen rücken weit nach außen, die Proportionen schaffen neuen Raum. Ich komme da immer ins Schwärmen: Alles ist klar, solide Volumen, höchste Präzision, eine charismatische Frontpartie, ikonisch-prägnante C-Säulen, fließende und skulpturale Flächen und betont ausdruckstarke Räder - das ist für mich das Layout von elektrischen Volkswagen der Zukunft.

Designstudie von Volkswagen

Designstudie von Volkswagen.

Quelle: Volkswagen AG

Der Raum wird komplett neu definiert. Die flach im Boden integrierte Batterie verstärkt die Grundstruktur des Fahrzeuges senkt den Schwerpunkt und sorgt für eine optimale Achslast- Gewichtsverteilung. Der lange Radstand bietet uns Designern mehr Flexibilität. Hinzu kommt der kompakte Elektroantrieb, sodass das Interieur als “Open Space“ entwickelt werden kann – ein variables, loungeartiges Raumkonzept. Der Fahrer ist flexibel, kann die Fahrzeit für persönliche Dinge nutzen, entspannen, gleichzeitig aber jederzeit in das Autonome Fahren eingreifen.

Für jedes Mitglied unserer “I.D. Familie“ haben wir Designer eine eigene Identität erschaffen. Neben dem Flaggschiff “I.D.“ erinnert der Elektrovan “I.D. BUZZ“ an den legendären VW Bulli und gibt damit der Elektromobilität ein weiteres Gesicht. Der “I.D. CROZZ“ ist das erste elektrisch angetriebene Crossover Utility Vehicle (CUV) der Marke, Coupé und SUV zugleich.

Doch eines haben alle drei gemeinsam: Sie spiegeln die Aufbruchstimmung, Leidenschaft und Lebendigkeit des Designs als treibende Kraft der E-Mobilität wider. Wenn man eine zu 100 Prozent treffsichere Prognose liefern konnte, wie die Zukunft aussehen wird – hier gelingt es.

Klaus Bischoff, Leiter Design der Marke Volkswagen

Klaus Bischoff, Leiter Design der Marke Volkswagen.

Quelle: Volkswagen AG

Klaus Bischoff wurde 1961 in Hamburg geboren. Seit seinem Abschluss als Diplom-Designer an der Hochschule für Bildende Kunst in Braunschweig arbeitet er für VW, seit 2007 als Leiter Design der Marke Volkswagen.
 

Von Gorden Wagener und Klaus Bischoff

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