Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / -1 ° wolkig

Navigation:
Chefhistoriker von Volkswagen muss gehen

Volkswagen Chefhistoriker von Volkswagen muss gehen

Wolfsburg. Für den Chefhistoriker im Volkswagen-Konzern hat eine kritische Rezension zu einer Studie über die NS-Verstrickungen des Audi-Vorgängers Auto Union ein folgenreiches Nachspiel. Der Wissenschaftler Manfred Grieger und der VW-Konzern gehen künftig getrennte Wege.

Voriger Artikel
VW-Aufsichtsräte stützen Markenchef Diess
Nächster Artikel
VW-Azubi-Cup: Sieg für „Krombacher 11“

Der Unternehmenshistoriker Manfred Grieger und der VW-Konzern gehen getrennte Wege.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hatte sich VW-intern ein Streit über Griegers eigenen Umgang mit seiner Rezension ergeben. Der Konflikt sei derart festgefahren, dass eine Fortsetzung der Zusammenarbeit für beide Seiten unmöglich erschien.

Der VW-Chefhistoriker hatte als Experte in einem Fachmagazin eine Studie kritisiert, die Audi über den eigenen Vorgänger Auto Union und dessen Verstrickungen während der Nazi-Diktatur mit den NS-Eliten in Auftrag gegeben hatte. Beteiligt war daran auch ein Kollege Griegers bei Audi. Grieger attestiert dem Werk handwerkliche Fehler, verengte Sichtweise, lückenhaften Umgang mit Quellen und Unschärfen in der Sprache. Der Studie mangele es an Unvoreingenommenheit.

VW erklärte, der Grund für die Trennung sei ein unterschiedliches Verständnis zwischen Grieger und Volkswagen über die Zusammenarbeit. Konzern-Kommunikationschef Hans-Gerd Bode dankte dem Historiker „für seine in den vergangenen Jahren geleistete Arbeit“. Insider sagen: Nicht der kritische Inhalt von Griegers Rezension sei Auslöser für das Zerwürfnis. Demnach wurde Volkswagen vom Sprengstoff der Rezension kalt erwischt. Grieger hätte sich besser abstimmen müssen.

Griegers Aufgaben übernimmt vorübergehend Archivarin Ulrike Gutzmann.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuell