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Bilanz: Steuereffekt verdirbt MAN das Jahr

Volkswagen Bilanz: Steuereffekt verdirbt MAN das Jahr

MAN hat 2013 wie erwartet tiefrote Zahlen geschrieben. Die Lasten, die die VW-Tochter tief in die Miesen drückten, waren bereits bekannt. Auch die Geschäfte des Lastwagenbauers liefen durchwachsen. Immerhin: Zum Jahresende wurde es wieder deutlich besser.

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Talsohle durchschritten: 2013 war für MAN aber ein schwieriges Jahr.

Quelle: dpa (Archiv)

Für den Münchner Lastwagen- und Maschinenbauer MAN war 2013 ein bitteres Jahr. Die Geschäfte liefen vor allem in der ersten Jahreshälfte schleppend. Spediteure in Europa verkniffen sich die Bestellung neuer Lastwagen, die dümpelnde Werftindustrie bestellte deutlich weniger Schiffsmotoren. Der operative Gewinn der VW-Tochter brach im vergangenen Jahr um mehr als die Hälfte auf 475 Millionen Euro ein, der Umsatz hielt sich mit 15,7 Milliarden Euro in etwa auf dem Niveau von 2012, wie der Konzern am heutigen Mittwoch mitteilte.

„Trotz großer Marktschwankungen hat MAN mit einem operativen Ergebnis von rund einer halben Milliarde Euro gezeigt, dass wir stark genug sind, auch bei hohen Wellen Kurs zu halten“, sagte Konzernchef Georg Pachta-Reyhofen. Zufrieden sei er mit den Zahlen allerdings nicht. Immerhin: Das vierte Quartal lief für die Münchner bereits viel besser als die ersten neun Monate. Mit 296 Millionen Euro verdiente der Konzern fast zwei Drittel seines Gewinns im Schlussviertel. Doch unter dem Strich hat das alles nichts geholfen.

Denn Steuereffekte und Sonderbelastungen drückten MAN wie erwartet tief in die roten Zahlen und brockten dem Unternehmen nach Steuern einen Verlust von 513 Millionen Euro ein. Unter anderem sind darin Belastungen durch die frühere Tochter Ferrostaal und von der Übernahme durch VW enthalten. Vor Steuern steht ein Gewinn von 172 Millionen Euro nach 316 Millionen 2012. Eigentlich würde bei dieser Entwicklung die Steuerlast sinken, doch die Sondereffekte verhinderten dies. Bereits zum dritten Quartal war das aber bekannt und verbucht.

Pachta-Reyhofen will 2013 rasch abhaken. Grund zur Zuversicht liefert ihm vor allem das letzte Quartal. Gerade im Lastwagengeschäft ging es zuletzt wieder deutlich besser. Doch schon nach dem dritten Quartal warnte der Manager vor zu großer Euphorie. Etliche Spediteure hätten vor dem Start der strengeren Abgasnorm Euro 6 im Januar noch günstigere Lkw mit Euro 5 Motoren gekauft und dürften nun erstmal nicht mehr ihre Flotte erneuern. Dennoch sei auch der Start ins Jahr erfolgreich verlaufen. MAN beschäftigt weltweit fast 54 000 Menschen.

dpa

MAN-Chef büßt 30 Prozent seines Gehalts ein

Der Chef des Lastwagen- und Maschinenbauers MAN, Georg Pachta-Reyhofen (kl. Bild), bekommt die durchwachsenen Ergebnisse des vergangenen Jahres auch persönlich zu spüren.

Insgesamt schrumpfte die Vergütung des Managers um fast 30 Prozent auf 1,7 Millionen Euro, wie aus dem am eutigen Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht der Volkswagen-Tochter hervorgeht.

Großverdiener im MAN-Vorstand war Beschaffungsvorstand Ulf Berkenhagen. Der im Herbst 2012 zu MAN gewechselte frühere Audi-Vorstand bekam im vergangenen Jahr insgesamt etwas mehr als 3,2 Millionen Euro und damit fast das Doppelte seines Chefs.

dpa

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