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Baukastenstrategie: mehr Flexibilität

Volkswagen Baukastenstrategie: mehr Flexibilität

Mit einer neuen Produktionstechnologie will Volkswagen die Herausforderungen der Zukunft bestehen und auf dem Weg an die Weltspitze vorankommen. Vom nächsten Jahr an soll konzernweit der „Modulare Querbaukasten“ - kurz MQB - eingeführt werden.

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Neue Produktionstechnologie: VW will mit der Baukastenstrategie die Zukunft meistern.

„Es ist mehr als eine neue Fahrzeug-Technologie, es ist ein strategisches Instrument der Unternehmensführung und setzt Leitplanken für alle Unternehmensbereiche und nutzenden Marken“, sagt VW-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Wolfsburg.

Mindestens 43 Modelle von Volkswagen und Audi, Skoda und Seat sollen mit den neuen gleichen Modulen gebaut werden: Boden, Achsen, Lenkung, Sitzgestelle und die Motor-Getriebe-Einheit.

Der MQB steht allen Konzernmarken zur Verfügung, er kann flexibel auf Erfordernisse der Nutzer angepasst werden und eignet sich für alle Antriebsarten - für Verbrennungsmotoren ebenso wie für Erdgas- und Elektroantrieb oder Kombinationen daraus. Immer aber sitzt der Motor quer unter der Haube - daher der Name MQB.

Von Gleichmacherei will Hackenberg jedoch nichts wissen. „Die Kreativität der Entwickler und Designer bei den Konzernmarken wird nicht beeinträchtigt. Sie ist im Gegenteil mehr denn je gefragt“, sagt Hackenberg. Der Baukasten gebe nur eine „technische Leitplanke“ vor. „Das eigene Gesicht und der Charakter einer Marke hat mit dem Baukasten nichts zu tun“.

Der sogenannte Hut - die äußere Hülle eines Autos und die spezifische Anpassung der Bauteile - bleibe in absoluter Entscheidungsfreiheit der Marken. So erlaube der Baukasten eine hohe Flexibilität bei Länge, Breite und Höhe bis hin zum Durchmesser der Räder und könne alle bekannten Modelltypen von der Limousine übers Cabrio bis hin zum Geländewagen abbilden.

Als erstes Auto soll im nächsten Jahr der Audi A3 mit dem MQB gebaut werden, kurz danach der Golf. Bei Entwicklung, Beschaffung und Fertigung will VW mit dem Baukasten mindestens 30 Prozent sparen. Die Lohnkosten könnten im gleichen Umfang sinken, weil Produktionszeiten kürzer werden. „Das dient dem Erhalt von wettbewerbsfähigen Arbeitsplätzen in Deutschland“, sagt Hackenberg.

Der Autobau werde flexibler und neue Modelle könnten schneller verwirklicht werden. Auch die Fabriken würden derzeit an die neuen Erfordernisse angepasst - und zwar weltweit alle nach dem gleichen Muster.

„Man kann die Fabriken künftig als Drehscheibe nutzen“, erläutert der VW-Entwicklungschef. Anders als früher, als die Fabriken speziell für die Fertigung einzelner Modelle eingerichtet wurden, seien sie künftig so aufgestellt, dass man kurzfristig auch wechseln oder andere Varianten dort bauen könne. Den „spektakulärsten Nutzen“ habe der Baukasten bei Autos, „die man sonst wegen zu kleiner Stückzahlen gar nicht hätte machen können“, sagt Hackenberg.

Auf diese Weise könnten auch neue Nischen besetzt werden. Die Modellvielfalt werde in den nächsten Jahren weiter wachsen - vor allem im Zuge der Expansion von VW in die aufstrebenden Regionen der Welt mit ihren neuen Anforderungen. Autobauer müssten da schnell und flexibel reagieren.

dpa

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