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Anklage in den USA: VW-Manager sieht sich als Randfigur

Abgas-Skandal Anklage in den USA: VW-Manager sieht sich als Randfigur

Ihm drohen bis zu 169 Jahre Haft in den USA: Der wegen möglicher Beteiligung am Abgas-Skandal angeklagte VW-Manager Oliver S. (48) hat nach eigenen Angaben aber keine tragende Rolle bei der Vertuschung der Diesel-Manipulationen gespielt.

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VW-Manager Oliver S.: Im Abgas-Skandal will der 48-Jährige nur eine Randfigur gewesen sein.

Quelle: Archiv

Detroit. Der Anwalt des Deutschen erklärte vor Gericht in Detroit laut einem Bericht der „New York Times“, dass sein Mandant von Technikern und Anwälten des Unternehmens weitgehend in Unwissenheit gehalten wurde. Bei den Verhandlungen mit den US-Behörden habe er lediglich die Anweisungen seiner Vorgesetzten bei Volkswagen ausgeführt.

Die US-Justiz wirft Oliver S. insbesondere den Versuch vor, die Abgas-Manipulationen vertuscht und Ermittler in die Irre geführt zu haben. Er war bei VW bis März 2015 in leitender Funktion mit Umweltfragen in den USA betraut. Der Anwalt des VW-Managers bestreitet nicht, dass sein Mandant bei Treffen mit Vertretern der US-Umweltbehörde EPA und der kalifornischen Umweltbehörde Carb falsche Informationen über die Probleme bei den Dieselfahrzeugen übermittelt habe. Er sei aber ein „weitgehend unwissender Komplize“ gewesen, weil er sich auf die Angaben der Diesel-Experten und Rechtsanwälte von Volkswagen habe verlassen müssen, zitiert die „New York Times“ aus ihr vorliegenden Gerichtsunterlagen der Verteidigung.

Bei einer Gerichtsanhörung in Detroit hatte Oliver S., dem im schlimmsten Fall 169 Jahre Haft drohen, am vergangenen Donnerstag auf unschuldig plädiert. Sein Anwalt versucht weiterhin, ihn gegen Kaution aus dem Gefängnis zu holen. Als Sicherheit bietet er dem Bericht zufolge Immobilien im Wert von 433.000 US-Dollar in Florida an. Außerdem sei der Deutsche bereit, seinen Reisepass abzugeben und sich elektronisch überwachen zu lassen.

Einen Antrag auf Kaution hatte ein Richter zuletzt wegen Fluchtgefahr abgelehnt.

Der Anwalt des VW-Managers argumentiert dagegen, dass auch Deutschland „kein Zufluchtsort“ sei. Denn auch in seiner Heimat werde wegen des Abgas-Betrugs gegen S. ermittelt. Sein Haus sei am 20. Januar durchsucht worden, zwei Wochen nach seiner Festnahme in Florida.

htz

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