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Alles auf den Prüfstand: VW-Chef kündigt schwere Zeiten an

VW-Abgas-Skandal Alles auf den Prüfstand: VW-Chef kündigt schwere Zeiten an

Der Abgas-Skandal bei Volkswagen könnte wichtige Investitionspläne des Konzerns ins Wanken bringen. „Klar ist: Unser Ergebnis und die bisherige Finanzplanung kommen massiv unter Druck“, sagte der neue Vorstandschef Matthias Müller gestern bei der Betriebsversammlung im VW-Werk Wolfsburg.

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Phaeton-Produktion in Dresden: Betriebsratschef Bernd Osterloh stellt einen Nachfolger für das Luxusmodell in Frage.

Quelle: Oliver Killig

Wolfsburg. Während die technischen Lösungen zur Beseitigung der Abgas-Manipulationen in Sicht seien (siehe Seite 13), könne man die geschäftlichen und finanziellen Folgen noch nicht absehen, betonte Müller. „Sicher ist: Die Belastungen werden groß sein. Möglicherweise sehr groß.“

Um die Kosten für Schadenersatz und Strafzahlungen stemmen zu können, würden alle geplanten Investitionen noch einmal auf den Prüfstand gestellt. „Was jetzt nicht zwingend nötig ist, wird gestrichen oder geschoben“, erklärte Müller. Dazu zähle auch, dass das bereits von seinem Vorgänger Martin Winterkorn initiierte „Effizienzprogramm“ nachjustiert werde. Volkswagen müsse schnell auf die drohenden Kosten reagieren. „Nicht zuletzt, um unser gutes Rating an den Kapitalmärkten zu sichern. Das hat höchste Priorität.“

Auch Betriebsratschef Bernd Osterloh stimmte die Belegschaft auf schwere Zeiten ein. „Wir werden mit großer Konsequenz alles in Frage stellen müssen, was nicht wirtschaftlich ist“, sagte er. Auf einen Nachfolger für das VW-Luxusmodell Phaeton etwa könne der Konzern verzichten, erklärte Osterloh nach Angaben von Teilnehmern der Versammlung. Bei diesem Modell müsse VW für jedes verkaufte Auto Geld zuzahlen.

Müller erklärte vor der Belegschaft. „Ich bin ganz offen zu Ihnen: Das alles wird nicht ohne Schmerzen gehen. Das ist klar.“ Das Unternehmen werde aber alles tun, um die Arbeitsplätze zu sichern.

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