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Abgas-Skandal: VW-Aufseher suchen Erben für Winterkorn

Volkswagen Abgas-Skandal: VW-Aufseher suchen Erben für Winterkorn

Wolfsburg. Zur Stunde läuft die Sitzung des Volkswagen-Aufsichtsrat in Wolfsburg. Das 20-köpfige Gremium entscheidet über den Nachfolger des zurückgetretenen VW-Chefs Martin Winterkorn und weitere Konsequenzen des Abgas-Skandals. Favorit für den Chefposten ist der bisherige Porsche-Chef Matthias Müller.

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Riesiger Medienrummel: Journalisten aus aller Welt warten in Wolfsburg auf die Verkündung des neuen VW-Chefs, der heute dem zurückgetretenen Martin Winterkorn nachfolgen soll.

Quelle: dpa

Vor dem Treffen des Aufsichtsrates zur Abgas-Affäre und Neubesetzung des Chefpostens bei VW ist am Freitagmorgen bereits das Präsidium des Kontrollgremiums in Wolfsburg zusammengekommen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen.

Zu der Vorbesprechung kamen der Interimsvorsitzende des Präsidiums, Berthold Huber, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), Großaktionärs-Vertreter Wolfgang Porsche sowie Betriebsratschef Bernd Osterloh und dessen Stellvertreter Stephan Wolf.  Das oberste Kontrollgremium von Europas größtem Autobauer will im Lauf des Tages die Weichen für die Neubesetzung des Vorstandsvorsitzes stellen. Der bisherige Konzernchef Martin Winterkorn war am Mittwoch wegen des Abgas-Skandals zurückgetreten. 

Als Top-Favorit für die Nachfolge gilt Porsche-Chef Matthias Müller. Bei der VW-Tochter Porsche soll wiederum Produktionsvorstand Oliver Blume (47) sehr gute Karten haben, Müller-Nachfolger zu werden.  Nach dpa-Informationen gibt es im Präsidium und Gesamt-Aufsichtsrat insbesondere auf der Arbeitnehmerseite Vorbehalte gegen VW-Markenchef Herbert Diess, der zwischenzeitlich ebenfalls für den Spitzenposten gehandelt worden war. Auch Lkw-Chef Andreas Renschler würden kaum noch Chancen eingeräumt, hieß es aus gut unterrichteten Kreisen. 

Neben der Winterkorn-Nachfolge stehen im Aufsichtsrat noch weitere wichtige Personalfragen auf der Tagesordnung. Es wird erwartet, dass sich das Gremium auch auf die Ablösung von VW-US-Chef Michael Horn einigt. Nachfolgefavorit soll Skoda-Chef Winfried Vahland sein. 

VW-China nicht betroffen:

FAW-Volkswagen und Shanghai Volkswagen, zwei chinesische Volkswagen-Joint-Ventures, haben erklärt, vom Skandal um manipulierte Abgaswerte nicht betroffen zu sein.

VW-Aktien geben leicht nach:

Die Aktien von VW geben ihre Tagesgewinne ab und liegen rund ein Prozent im Minus bei 111,25 Euro. Zuvor hatten sie bis zu 4,3 Prozent zugelegt. (Stand: Freitag 13 Uhr)

Auch bei den VW-Töchtern rollen Köpfe:

Auch bei den VW-Töchtern wackeln bislang mächtige Manager. Der bei Porsche für Forschung zuständige Vorstand Wolfgang Hatz musste bereits am Donnerstag seinen Hut nehmen. Gleiches dürfte am Freitag Audi-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg widerfahren, wie dpa aus Konzernkreisen erfuhr.  Am vergangenen Wochenende war bekanntgeworden, dass VW in den USA mit einer speziellen Software Abgas-Tests von Dieselautos manipuliert hat. Die Wolfsburger räumten inzwischen ein, dass weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen sind - auch bei den Töchtern Audi, Skoda und Seat soll es Probleme geben. Dem Konzern drohen nun milliardenschwere Strafzahlungen. 

VDA-Präsident: Kein prinzipielles Dieselproblem

Die deutsche Auto-Lobby warnt davor, wegen des VW-Skandals Dieselfahrzeuge grundsätzlich in Frage zu stellen. "Es handelt sich bei diesem Vorgang in den USA, den wir sehr bedauern, nicht um ein prinzipielles Diesel-Problem", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann bei der Abschlusspressekonferenz der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt. Moderne Dieseltechnologien seien für die Erreichung der europäischen Klimaschutzziele unverzichtbar.

dpa

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