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Abgas-Ausschuss will Winterkorn als Zeugen hören

Ex-VW-Chef soll aussagen Abgas-Ausschuss will Winterkorn als Zeugen hören

Der Abgas-Untersuchungsausschuss des Bundestags will den früheren VW-Chef Martin Winterkorn als Zeugen befragen. Geladen werden sollen zur Sitzung am 19. Januar auch weitere Branchenvertreter, wie das Gremium am Donnerstag beschloss.

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Soll vom Abgas-Untersuchungsausschuss des Bundestags als Zeuge gehört werden: Ex-VW-Chef Martin Winterkorn.

Berlin/Wolfsburg. So wollen die Abgeordneten den Präsidenten des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, vernehmen. Rede und Antwort stehen sollen zudem Konzernvertreter von Volkswagen, Audi und Opel.

Der Ausschussvorsitzende Herbert Behrens (Linke) sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei kein Geheimnis, dass die Autoindustrie enge Kontakte zur Bundesregierung habe. „Welche konkreten Absprachen es im Kontext des Abgasskandals und der Emissionsgesetzgebung gegeben hat, wird im Zentrum der Befragungen stehen.“ Am 26. Januar soll Daimler-Cheflobbyist Eckart von Klaeden (CDU) geladen werden, der zuvor Staatsminister im Kanzleramt war.

Winterkorn war im September 2015 über den Skandal um manipulierte Abgaswerte bei VW gestürzt. Er betonte bei seinem Rücktritt, er sei sich keines Fehlverhaltens bewusst. In der Ausschuss-Sitzung am 19. Januar sollen neben Winterkorn und Wissmann die Konzernvertreter Gerwin Postel (VW), Axel Eiser (Audi) und Andreas Dindorf (Opel) befragt werden.

Gabriel: VW-Abgasskandal eine Zäsur über den Konzern hinaus

Der Skandal um Abgasmanipulationen bei Volkswagen ist aus Sicht von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel „eine Zäsur“ über den Konzern hinaus. Für die Autoindustrie und die Marke „Made in Germany“ sei es über die Schadensbegrenzung hinaus nötig, Vertrauen wiederherzustellen, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im Untersuchungsausschuss des Bundestags. Von den Manipulationen bei VW habe er erstmals über Pressemitteilungen in Zusammenhang mit dem Bekanntwerden des Skandals im September 2015 erfahren. Danach habe er in Gesprächen mit dem VW-Konzern dringend Klärung angemahnt und sich für eine schnelle Einführung neuer Testverfahren auf EU-Ebene eingesetzt.

Gabriel sollte vom Ausschuss auch zu seiner Zeit als Umweltminister von 2005 bis 2009 befragt werden. Natürlich sei ihm damals bekannt gewesen, dass es Kritik von Umweltschützern am Auseinanderfallen von Testmessungen und realen Abgaswerten gab, machte Gabriel deutlich. Dies sei angesichts von Äußerungen von Technikern über den entsprechenden Testzyklus auch plausibel gewesen. Begriffe wie „Abschalteinrichtungen“ der Abgasreinigung, die nun im Fall VW bekannt wurden, habe er in seinen damaligen Gesprächen aber nicht gehört.

dpa

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