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Abgas-Affäre: Winterkorn unter Druck

Volkswagen Abgas-Affäre: Winterkorn unter Druck

Aktienabsturz, Vertrauenskrise, Führungsdebatte: Die Affäre um manipulierte Diesel-Abgaswerte in den USA hat Volkswagen schon wieder in eine Krise gestürzt. VW-Chef Martin Winterkorn sieht sich bereits mit ersten Rücktrittsforderungen konfrontiert, noch steht der Aufsichtsrat aber hinter ihm.

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VW-Chef Martin Winterkorn: Die Abgas-Affäre in den USA bringt ihn in Erklärungsnot.

Mitglieder des Aufsichtsrates wie Betriebsratschef Bernd Osterloh und Ministerpräsident Stephan Weil forderten am Montag Aufklärung. Osterloh stellte sich hinter den Vorstandschef, machte aber klar: Wenn herauskommen sollte, dass Winterkorn an dem Skandal beteiligt ist, werde der von alleine zurücktreten.

Der Skandal kommt für den VW-Chef zur Unzeit: Seine Zukunft an der Konzernspitze scheint erneut ungewiss. „Die nächsten zwei, drei Tage sind entscheidend“, heißt es aus gut informierten Kreisen. Zunächst scheint das Vertrauen im alles überragenden Präsidium des VW-Aufsichtsrates in Winterkorn ungebrochen. „Die entscheidende Frage ist jetzt, ob noch mehr Hiobsbotschaften aus den USA kommen.“

Aus dem Konzern hieß es aber bereits, der engste Zirkel der Aufseher werde am Mittwoch ein Krisentreffen abhalten. Winterkorn selbst scheint nicht vor der Krise weichen zu wollen. Sein Statement am Sonntag zeige klar, dass er Verantwortung übernehmen wolle und es sich zutraue, das Problem zu lösen, sagen Branchenkenner. Erst wenn „maßgebliche Personen aus dem Aufsichtsrat“ Zweifel an „Wikos“ Fähigkeiten als Krisenmanager bekommen sollten, dürfte es für den Schwaben eng werden. Stattdessen stünde wohl zunächst der erst seit Anfang 2014 amtierende US-Chef von Volkswagen, Michael Horn, in der Schusslinie.

Das Argument der Zweifler: Der passionierte Techniker Winterkorn hätte ob der besseren Abgaswerte in den USA zumindest stutzig werden können. Denn der Manager ist zugleich Chef der Entwicklungsabteilung. Damit hätte er über die Manipulations-Software in den USA informiert sein können, meint etwa Autofachmann Ferdinand Dudenhöffer. Winterkorn habe also entweder von den Manipulationen gewusst – oder sei ahnungslos und habe seinen Geschäftsbereich nicht im Griff, sagte der Direktor des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen. „In beiden Fällen würde ich sagen, dass Winterkorn an der Konzernspitze nicht mehr tragbar ist.“ Auch die Deutsche Umwelthilfe legt Winterkorn den Rücktritt nahe.

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