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Abgas-Affäre: Naturschutzbund stellt Zusammenarbeit infrage

VW-Skandal Abgas-Affäre: Naturschutzbund stellt Zusammenarbeit infrage

Wegen des Skandals um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen stellt der Naturschutzbund Nabu seine Zusammenarbeit mit dem Autokonzern infrage. „Bereits jetzt ist klar, dass die Kooperation mit der Volkswagen AG in der jetzigen Form nicht weitergeführt werden kann“, erklärte der Verband am Donnerstag.

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Der Naturschutzbund rückt von VW ab: „Wir machen es von unseren Forderungen an den VW-Vorstand abhängig, ob die Zusammenarbeit mit Volkswagen überhaupt eine Zukunft hat.“

Quelle: dpa

„Wir machen es von unseren Forderungen an den VW-Vorstand abhängig, ob die Zusammenarbeit mit Volkswagen überhaupt eine Zukunft hat.“

Der Nabu und Volkswagen arbeiten seit dem Jahr 2000 zusammen. Das Unternehmen unterstützt Naturschutzprojekte des Verbandes, unter anderem bei Schutz von Mooren oder von Wölfen. Der Konzern ist auch Mitveranstalter der Internationalen Wolfskonferenz, die am Donnerstag in Wolfsburg begonnen hat.

Nabu fordert lückenlos Aufklärung des Abgas-Skandals

Der Nabu verlange von Volkswagen eine schnelle und lückenlose Aufklärung des Abgas-Skandals, hieß es. Nur so könne verloren gegangenes Vertrauen wieder aufgebaut werden. Darüber hinaus müssten strukturelle und personelle Änderungen bei der Volkswagen AG folgen. So müsse etwa der Bereich Nachhaltigkeit und Verantwortung in den Management-Strukturen insgesamt deutlich gestärkt werden. „Allein mit dem Rücktritt Martin Winterkorns als Vorstandsvorsitzendem hat sich die Sache längst noch nicht erledigt.“

Mit Blick auf alle Auto-Hersteller fordere der Nabu gemeinsam mit den anderen Umweltverbänden, dass alle Fahrzeuge die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte selbstverständlich auch auf der Straße einhielten, hieß es weiter. „Schon länger ist bekannt, dass die Hersteller systematisch und am Rande der Legalität tricksen.“ Das gelte für die Schadstoff-Emissionen genauso wie für den Kraftstoffverbrauch, der in der Regel auch deutlich niedriger angegeben werde als die Menge, die der Kunde am Ende tatsächlich tanken müsse.

„Doch passiert ist bisher nichts, auch weil die Politik beide Augen zugedrückt hat und nicht allzu hart gegen die Automobilhersteller durchgreifen wollte“, kritisierte der Verband. Spätestens der aktuelle Skandal mache deutlich, dass Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hier gefordert sei. „Er muss das ihm unterstellte Kraftfahrtbundesamt anweisen, bei allen Herstellern Nachtests auf der Straße durchzuführen, um weitere Missstände aufzudecken - und vor allem auch zu beenden.“ Der Nabu ist nach eigenen Angaben mit rund 560.000 Mitgliedern einer der größten Umweltverbände in Deutschland.

dpa

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