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25.000 Mitglieder halten weiter fest zu Volkswagen

Solidarität im Netz 25.000 Mitglieder halten weiter fest zu Volkswagen

Als im Herbst 2015 der Diesel-Skandal öffentlich wurde, stand Volkswagen von einem Tag auf den anderen im Kreuzfeuer der Kritik. VW-Mitarbeiter Michele Chiappinelli (30) aus Wolfsburg wollte damals Flagge zeigen für sein Unternehmen und gründete die Facebook-Gruppe „Ich halte zu Volkswagen, egal was passiert“.

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„Ich halte zu Volkswagen, egal was passiert“: Michele Chiappinelli betreut seit Herbst 2015 die private Facebook-Gruppe, in der sich fast 25.000 Mitarbeiter und Fans von Volkswagen austauschen.Foto: Roland Hermstein

Quelle: Roland Hermstein

Wolfsburg. Damit löste er eine Welle der Solidaritätsbekundungen aus: Fast anderthalb Jahre später hat die Gruppe noch immer rund 25.000 Mitglieder, viele von ihnen sind täglich aktiv.

„Es ist toll zu sehen, wie viele Menschen auch in Krisenzeiten zu Volkswagen stehen“, sagt Chiappinelli. Noch immer kommen täglich fünf bis zehn neue Mitglieder hinzu. Längst ist die Abgas-Affäre nicht mehr das alles beherrschende Thema. „Am Anfang ging es hauptsächlich darum, Meinungen zu teilen und sich natürlich auch gegenseitig Mut zu machen“, erklärt der Wolfsburger, der in der Technischen Entwicklung arbeitet. Inzwischen drehen sich viele Diskussionen um neue Modelle oder Strategien des Konzerns, die Gruppenmitglieder teilen lustige Bilder oder einfach Fotos von ihren Volkswagen.

Dieser Erfolg war für Chiappinelli nicht absehbar, als er die Facebook-Gruppe Ende September 2015 gründete. „Ich war bei meinen Eltern und habe italienische Nachrichten gesehen. Dabei habe ich mich aufgeregt, dass Volkswagen so schlecht gemacht wurde“, erinnert sich der 30-Jährige. „Aus Trotz habe ich spontan eine Facebook-Gruppe gegründet und alle meine Freunde eingeladen. Ich wollte klarmachen: Wir stehen hinter Volkswagen, unserem Arbeitgeber, auch wenn etwas total schiefgelaufen ist.“

Die Facebook-Gruppe wuchs schnell auf mehr als 20.000 Mitglieder an. Auch VW-Kollegen aus den USA meldeten sich und bedankten sich für die guten Autos. „Einer schrieb sogar, dass ihm ein Volkswagen bei einem Verkehrsunfall das Leben gerettet hat. In einem anderen Wagen wäre er bei seinem Unfall wohl gestorben. So etwas zu hören, macht mir Gänsehaut“, sagt Chiappinelli. Die Mitglieder der Gruppe kommen aus vielen verschiedenen Nationen: aus Mexiko, Brasilien, Italien und anderen Standorten des Konzerns. „Uns eint die Liebe zu Volkswagen“, sagt Chiappinelli.

WAZ: Herr Chiappinelli, sind Sie überrascht von dem, was Sie auf Facebook ausgelöst haben?

Chiappinelli: Also überrascht bin ich schon, klar. Positiv überrascht, um genau zu sein. Es ist schön, den Zusammenhalt jeden Tag in der Gruppe zu erleben.

WAZ: Wie viel Zeit investieren Sie als Administrator in die Gruppe?

Chiappinelli: Mittlerweile sind wir fünf Administratoren, die die Gruppe betreuen und pflegen. So das ich auf den Tag verteilt circa eine Stunde dafür investiere. Natürlich abhängig davon, was in den Medien berichtet wird.

WAZ: Hat sich der Zweck Ihrer Gruppe vielleicht irgendwann überholt, wenn Volkswagen die Krise hinter sich gelassen hat?

Chiappinelli: Wie die Gruppe schon sagt: „Ich halte zu Volkswagen, egal was passiert.“ Das soll heißen, wie in guten Zeiten so auch in schlechten Zeiten. Die Gruppe wird es auch weiterhin geben, denn es werden auch Themen diskutiert die nichts mit der „Krise“ zu tun haben. Ich freue mich schon auf die Zeiten, wo das Positive überwiegt.

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